Ein estnischer Soldat hisst die US-Flagge in Tallinn. © Ilmars Znotins/AFP/Getty Images

US-Präsident Barack Obama hat angesichts des Ukraine-Konflikts dem Nato-Mitglied Estland militärischen Schutz zugesichert. Die USA würden weitere Soldaten der Luftwaffe und Flugzeuge in das Baltikum schicken. Diese sollen zu Übungszwecken am estnischen Militärstützpunkt Ämari stationiert werden, sagte Obama nach einem Treffen mit Estlands Präsidenten Toomas Hendrik Ilves in Tallinn. Zahlen nannte Obama nicht. Der US-Kongress muss dem Schritt noch zustimmen. 

Obama war einen Tag vor dem Nato-Gipfel in Wales nach Estland gereist, um ein Zeichen der Solidarität mit den Nato-Staaten in Osteuropa zu setzen. "Estland wird niemals alleine da stehen", sagte er. Die USA fühlten sich der Sicherheit Estlands verpflichtet. Ilves sagte, Obamas Besuch sei äußerst wichtig für sein Land, "besonders im gegenwärtigen Zusammenhang". Den Esten werde klar, wie wichtig es sei, Mitglied der Nato zu sein.

Geplant war auch ein Treffen Obamas mit den Präsidenten Lettlands und Litauens, Andris Bērziņš und Dalia Grybauskaitė. Estland, Lettland und Litauen fordern ebenso wie Polen und Rumänien seit Beginn der militärischen Einmischung Russlands in der Ukraine aus Sorge um ihre eigenen Grenzen mehr Nato-Präsenz in ihren Staaten. Die Nato will bei ihrem Treffen die Einrichtung weiterer Stützpunkte in Osteuropa und die Schaffung einer Einsatztruppe beschließen.

Die USA hatten Ende April die Entsendung von rund 600 Soldaten ins östliche Mitteleuropa angekündigt, die an Militärübungen in Polen, Litauen, Lettland und Estland teilnehmen sollen. 150 davon sind in Estland stationiert. Sie sollen voraussichtlich bis Ende des Jahres bleiben. Im Juni hatte Obama außerdem bis zu einer Milliarde Dollar (761 Millionen Euro) zur Stärkung der militärischen Sicherheit in Ostmitteleuropa zugesagt.