Frauen und Männer sollen ja recht verschieden sein. Besonders drastisch zeigt sich das, wenn es um die Quote geht. Da sagen die meisten Frauen, dass mit der jahrtausendealten Unterdrückung jetzt endlich Schluss gemacht werden müsse, notfalls mithilfe einer gesetzlichen Regelung. Viele Männer von heute hingegen fragen sich, warum nun ausgerechnet sie für dieses historische Unrecht büßen sollen. In unserer Titelgeschichte beschreibt Elisabeth Niejahr die neue Wut der Männer. Und stellt sich die verstörende Frage, warum sich weniger Frauen bewerben, wenn anonym und geschlechtsneutral eine Stelle ausgeschrieben wird. Warum bloß?

Und wir beide überlegen in der letzten Zeit, warum in aller Welt Frauen sich nackt fotografieren und diese Fotografien auch noch ihrer vermeintlich sicheren Datenwolke, dadurch aber den unendlichen Weiten des Internets überantworten, bloß um dann ihre gehackten Fotos in der breiten (und begierigen) Öffentlichkeit wiederzufinden. Die Antwort darauf gibt nun bei uns die junge Feministin Teresa Bücker: Jahrtausendelang (da sind sie wieder, die Jahrtausende) lag das Bild der Frau in der Hand von Männern, ihr Blick definierte sie. Das soll nun vorbei sein, jede Frau kann sich in unserer bilderverliebten Zeit selbst bestimmen, wie sie gesehen werden will, auch nackt, denn es ist ihr Blick auf sich selbst. Dass diese Ausweise von Selbstbestimmung von Hackern missbraucht werden, sei nicht den Frauen vorzuwerfen.

Die chinesische Mitarbeiterin unserer Peking-Korrespondentin ist verhaftet worden. Sie war in der Nähe von Peking bei einer Solidaritätsaktion zugunsten der Hongkonger Studenten und wird nun vom Staatsschutz gefangen gehalten. Zurzeit versuchen wir alles, um sie zu unterstützen. Ihr Fall erinnert uns daran, dass wir noch nie so viele Mitarbeiter und Reporter in schwierige Situationen geschickt haben wie in diesem Jahr. Zurzeit etwa reist wieder Alice Bota durch die Ostukraine, um von der fragilen Waffenruhe zu berichten. Die Welt ist aus den Fugen, der Journalismus wird gefährlicher. Und wir fragen uns jedes Mal: Ist das Risiko vertretbar? Wo endet die Berichtspflicht und beginnt die Fürsorgepflicht?

Ganz und gar risikolos und rundum vergnüglich sind die Funde von Truman Capotes frühen Kurzgeschichten. Gleich vier davon veröffentlicht das ZEITmagazin in dieser Woche. Brillant schrieb also schon der 18-jährige Capote – und deftig. Es wimmelt vor "Fettsäcken" (Männer) und "alten Zicken" (Frauen). Sehen junge Menschen Ältere eigentlich immer so? In der Frage sind wir älteren Männer allerdings etwas befangen.

Die aktuelle ZEIT mit dem Titel "Die Wut der Männer" können Sie online oder am Kiosk kaufen.