Das Krisentreffen zum Ukraine-Konflikt in Mailand hat in entscheidenden Punkten offenbar keine Fortschritte gebracht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich enttäuscht über den Verlauf der Beratungen am Rande des europäisch-asiatischen Asem-Gipfels. "Hier kann ich keinerlei Durchbruch bis jetzt erkennen", sagte Merkel.   

Merkel und weitere europäischer Spitzenpolitiker hatten sich am Morgen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko getroffen, um einem Weg zum Frieden in der Ostukraine zu erörtern.

Neben Merkel, Putin und Poroschenko gehörten zu der Runde als Gastgeber Italiens Regierungschef Matteo Renzi, der französische Präsident François Hollande, der britische Premierminister David Cameron sowie EU-Kommissionschef José Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy. 

Widerspruch von Russland

Renzi hatte in einer ersten Reaktion von einem positiven Treffen gesprochen. "Ich denke, wir haben einen Schritt nach vorne gemacht", sagte er. Es gebe einen echten Willen, eine Lösung zu finden.

Auch Putin bezeichnete das Treffen zunächst als gut. Später widersprach die russische Seite aber der positiven Interpretation Renzis. "Einige Teilnehmer des Mailänder Frühstücks zeigten keinen großen Willen, die Lage in der Ukraine objektiv zu erörtern", sagte Putin-Sprecher Dmitri Peskow. Er kritisierte eine "absolut voreingenommene" Haltung einiger Teilnehmer. Das Treffen sei aber konstruktiv gewesen.

Der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin sprach ebenfalls von schwierigen Verhandlungen. "Es gibt viele Fragen, und diese Fragen sind kompliziert", sagte er. 

Die Beratungen sollen an diesem Nachmittag in kleinerer Runde fortgesetzt werden. Nach Abschluss des Asem-Gipfels wollen Merkel und Hollande erneut mit Putin und Poroschenko zusammenkommen.

Putin und Poroschenko haben auch ein Zweiertreffen in Mailand verabredet. Putin hatte vor seiner Abreise nach Italien gute Chancen gesehen, zu einer Lösung für die Ostukraine zu kommen und die Kämpfe dort zu beenden. Gleichzeitig wetterte er aber gegen US-Präsident Barack Obama, dem Putin Feindseligkeit und Erpressung vorwirft.