Nach dem Sturz von Präsident Blaise Compaoré und der Machtübernahme durch das Militär haben sich die Oppositionsparteien und zivilgesellschaftlichen Gruppen in Burkina Faso auf eine einjährige Übergangsphase geeinigt. Im November kommenden Jahres solle es Parlaments- und Präsidentschaftswahlen geben, hieß es in einer in der Hauptstadt Ouagadougou verbreiteten gemeinsamen Erklärung. Wer bis dahin an der Spitze der zivilen Übergangsregierung stehen soll, blieb jedoch unklar.

An den Beratungen in einem Luxushotel der Hauptstadt von Burkina Faso nahmen auch Stammesvertreter sowie religiöse Anführer teil. Zudem vermittelten die Präsidenten aus Ghana, Nigeria und dem Senegal bei den Versuchen, das Machtvakuum zu schließen. Alle an den Krisengesprächen beteiligten Seiten hätten sich darauf geeinigt, dass eine "bedeutende zivile Persönlichkeit" den Übergang leiten solle, hieß es dann in der Abschlusserklärung. 

Auf diese Persönlichkeit konnten sie sich aber zunächst nicht einigen. Es sei nicht ihre Absicht gewesen, Namen zu präsentieren, sagte Ghanas vermittelnder Staatschef John Dramani Mahama. Dies müsse das Volk in Burkina Faso entscheiden. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass "eher binnen Tagen als Wochen" eine Übergangsregierung gebildet werden könne.

Das stundenlange Treffen in Ouagadougou hatte zunächst holprig begonnen. Vertreter von Opposition und Zivilgesellschaft verließen zwischendurch erbost die Verhandlungen, weil sie fürchteten, dass Anhänger des gestürzten Präsidenten an der Übergangsregierung beteiligt werden könnten.

Das Militär hatte die Macht in dem westafrikanischen Land übernommen, nachdem Präsident Compaoré am Freitag nach 27 Jahren im Amt wegen der Proteste gegen eine weitere Amtsverlängerung zurückgetreten war. Seitdem ringen verschiedene Fraktionen innerhalb des Militärs und die zivile Opposition um die Macht. Der geschasste Präsident floh anschließend in die benachbarte Elfenbeinküste. Als Interimsstaatschef agiert derzeit Oberst Isaac Zida.

Übergangspräsident Zida kündigte an, die Macht an eine Übergangsregierung abzutreten, nannte aber keinen Zeitpunkt. Die Afrikanische Union setzte dafür eine Frist von zwei Wochen. Andernfalls würden Sanktionen verhängt. Auch die Vereinten Nationen sandten Unterhändler nach Burkina Faso.