Die jordanische Königin Rania hat zum entschlossenen Widerstand gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und deren Ideologie aufgerufen. Der IS greife etwa mit der Verbreitung von Videos von Enthauptungen die Werte und die gemeinsame Geschichte der arabischen Welt an. "Sie haben ihre Version der arabischen Geschichte, ihre Erzählung und ihre Helden", sagte die Königin bei einer Medienkonferenz in Abu Dhabi. "Und der Rest der Welt hört und sieht ihnen zu."

Dabei seien der IS und seine Ideologie den allermeisten Arabern völlig fremd und verhasst, Muslimen und Christen gleichermaßen, sagte Rania in der Rede vom Dienstag, die sich jetzt per Video weltweit verbreitete. Ein Teil des Kampfes gegen den IS finde auf dem Schlachtfeld statt, doch ließe sich mit Kugeln keine Ideologie töten.

Die Königin forderte Araber und Muslime auf, die sozialen Medien zur Verbreitung eines positiven Bildes ihrer Region und Religion zu nutzen und die Deutungshoheit darüber wieder zu bekommen. "Es ist ein weltweiter Kampf zwischen Gemäßigten und Extremisten", sagte Rania. "Es ist ein Kampf, den wir gewinnen müssen."

Die Frau von König Abdullah II. kritisierte die zögerliche internationale Reaktion auf das Vorrücken der IS-Kämpfer, die seit dem Sommer weite Teile des irakischen und syrischen Staatsgebiets unter ihre Kontrolle gebracht haben. "Wir sind Komplizen ihres Erfolgs", sagte die Königin. Schweigen sei das größte Geschenk für den IS. Jordanien gehört zu den Staaten, die sich an Luftangriffen gegen den IS beteiligen.