Ein kleines Mädchen spielt mit Luftballons auf einer Wahlparty der US-Republikaner. © Gretchen Ertl/Reuters

Die US-Republikaner haben bei den Kongresswahlen die Mehrheit im Senat erobert. Wie die TV-Sender CNN, NBC, ABC und Fox News auf Grundlage von Hochrechnungen berichteten, errangen sie mindestens 52 der 100 Sitze im Oberhaus. Nachdem die Republikaner auch ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus ausbauten, beherrschen sie jetzt beide Parlamentskammern.

US-Kongresswahlen - Republikaner gewinnen Mehrheit im Senat Bei den Kongresswahlen in den USA haben die Republikaner beide Kammern des US-Parlaments erobert und können damit Vorhaben von Präsident Barack Obama blockieren.

Den Sieg der Republikaner hatten alle Umfragen vorhergesagt. Die Demokraten verloren ihre Senatssitze unter anderem in Arkansas, Colorado, Montana, West Virginia, South Dakota, North Carolina und Iowa. Insgesamt haben die US-Bürger 36 der 100 Senatoren neu gewählt, für eine Amtszeit von sechs Jahren. Außerdem wurden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus für zwei Jahre neu vergeben.

Neuer Mehrheitsführer im Senat dürfte der Top-Republikaner Mitch McConnell werden, der sich in Kentucky gegen die Demokratin Alison Lundergan Grimes durchsetzte. "Über zu lange Zeit hat diese Regierung versucht, den Amerikanern zu sagen, was gut für sie ist und dann jemand anderen verantwortlich gemacht, wenn ihre Politik nicht aufgegangen ist", sagte McConnell in seiner Siegesrede. "Es ist Zeit, eine neue Richtung einzuschlagen." Allerdings fügte er in versöhnlichem Ton hinzu, dass "wir eine Verpflichtung haben, bei Themen zusammenzuarbeiten, bei denen wir übereinstimmen".

Für den demokratischen Präsidenten Barack Obama wird das Regieren nun zusehends schwieriger. Die Republikaner können Gesetze verabschieden, Obama bleibt dann nur noch die Möglichkeit, ein Veto einzulegen. Eigene Initiativen kann der Präsident gegen den Widerstand der Republikaner nicht durchsetzen.

Allerdings wäre Obama nicht der erste US-Präsident ohne Mehrheit. Die Suche nach Kompromissen in einer solchen Lage zählt zur politischen Tradition der USA. Obama reagierte bereits und lud die Kongressspitzen beider Parteien zu Gesprächen ein. Das ranghohe Treffen soll am Freitag stattfinden. 

"Nicht die Zeit, um zu feiern"

Im Repräsentantenhaus errangen die Republikaner ohne Probleme die für die Mehrheit benötigten 218 Sitze und sind auf dem besten Weg, die Marke von 246 Sitzen während der Amtszeit von Präsident Harry Truman zu knacken. Bislang besetzen die Republikaner 234 der 435 Sitze in der unteren Kammer.

Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, John Boehner, mahnte seine Partei jedoch zur Besonnenheit. "Die Verantwortung, die uns das amerikanische Volk übertragen hat, macht uns demütig, aber das ist nicht die Zeit, um zu feiern", erklärte Boehner. "Es ist an der Zeit, dass die Regierung Ergebnisse hervorbringt und Lösungen für die Herausforderungen unseres Landes vorlegt und dabei mit der noch immer leidenden Wirtschaft beginnt."

Das endgültige Ergebnis wird erst in einigen Wochen bekannt sein: In Louisiana müssen sich die demokratische Senatorin Mary Landrieu und der republikanische Herausforderer Bill Cassidy am 6. Dezember einer Stichwahl stellen.