Kubas Staatschef Raúl Castro stellt den USA Bedingungen. ©Marcelino Vazquez/EFE/dpa

Der kubanische Präsident Raúl Castro hat für eine Normalisierung der Beziehungen drei zentrale Forderungen an die USA erhoben. Die USA müssten Guantánamo zurückgeben, wo sie derzeit einen Militärstützpunkt und ein Internierungslager betreiben, das seit einem halben Jahrhundert bestehende Handelsembargo aufheben und seinem Land Schadensersatz leisten, sagte Castro auf einem Gipfeltreffen lateinamerikanischer und karibischer Staaten in Costa Rica. Sollten "diese Probleme nicht gelöst werden, wäre eine diplomatische Annäherung sinnlos", fügte Castro in San José hinzu. 

US-Präsident Barack Obama und er hatten am 17. Dezember eine Politik der Annäherung angekündigt. Auch Obama hatte sich für das Ende des seit 1962 bestehenden Handelsembargos ausgesprochen. Allerdings stößt er mit dieser Forderung bei den Republikanern auf Widerstand, die in beiden Kammern des US-Kongresses eine Mehrheit haben.

Kuba und die USA verhandeln derzeit über eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen. Eine Abkehr vom Einparteiensystem und der kommunistischen Planwirtschaft hatte Kuba bereits ausgeschlossen. Beide Seiten verwiesen nach der ersten Sondierungsrunde auf "schwerwiegende Meinungsunterschiede" beim Thema Menschenrechte. Dennoch sollen die Verhandlungen demnächst in Washington fortgesetzt werden. 

Castro machte auch klar, dass er eine Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten Kubas nicht zulasse. Am Rande der Gespräche in Havanna hatte sich US-Chefunterhändlerin Roberta Jacobson mit Regimekritikern getroffen. Auch Fidel Castro hatte sich in der vergangenen Woche überraschend zu Wort gemeldet. Zwar lehne er die Politik der Annäherung nicht ab, traue den USA aber auch nicht, schrieb der ehemalige Revolutionsführer.