Russland hat sein Veto gegen die UN-Resolution zum Massaker von Srebrenica eingelegt. Die Ablehnung des russischen Botschafters war die einzige Gegenstimme bei zehn Stimmen für das Papier und vier Enthaltungen. Die Resolution sollte das Verbrechen in Bosnien-Herzegowina verurteilen, bei dem im Juli 1995 8.000 Muslime getötet wurden. Russland beklagte, der Text sei zu einseitig gegen Serbien gerichtet. Zudem lehne man den Begriff Völkermord im Zusammenhang mit Srebrenica ab.

Der von Großbritannien eingebrachte Entwurf konnte daher nicht wie geplant in New York verabschiedet werden. Angola, China, Nigeria und Venezuela enthielten sich bei der Abstimmung über den Resolutionsentwurf, der das Kriegsverbrechen scharf verurteilt.

In dem Entwurf wurde eine Anerkennung des Kriegsverbrechens als "eine Voraussetzung für die Versöhnung" der ehemaligen Kriegsparteien bezeichnet. Diejenigen, "die wegen schwerer internationaler humanitärer Menschenrechtsverletzungen im Bosnien-Konflikt" wie etwa des "Genozids von Srebrenica", beschuldigt würden, müssten juristisch verfolgt werden, hieß es in dem Text.

Am 11. Juli wird der 20. Jahrestag des Massakers begangen. 1995 waren bosnisch-serbische Milizen in die damalige UN-Schutzzone Srebrenica einmarschiert und hatten rund 8.000 Muslime – vorwiegend Männer und Jungen – verschleppt und getötet. Die dort stationierten niederländischen UN-Blauhelmsoldaten konnten mangels Mandat nicht eingreifen.

Das Massaker von Srebrenica gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg und wurde vom UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag als Völkermord eingestuft. Führende bosnische Serben leugnen dies jedoch.