Bei einer Attacke mutmaßlicher Islamisten auf zwei Hotels in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens zehn Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien sowohl Angreifer als auch Hotelgäste, teilte die Polizei mit. 

Demnach kam es zunächst zu Selbstmordanschlägen, ehe die Extremisten am Freitagabend das gegenüber dem Präsidentenpalast gelegene Siyad-Hotel stürmten und dann das Weheliye-Hotel. Die Gäste hätten zum Zeitpunkt der Attacken gerade mit dem im Ramadan vorgeschriebenen Fastenbrechen begonnen, sagte Polizeihauptmann Mohamed Hussein.

Kurz darauf hätten somalische Spezialeinheiten interveniert und sich mit den Angreifern ein Feuergefecht geliefert. Laut Polizeikommandeur Hassan Ali konnten Sicherheitskräfte und Wachleute die Attacke auf das Weheliye-Hotel bald unterbinden, die Gefechte im Siyad-Hotel dauerten mehr als eine Stunde.

An den Schauplätzen boten sich chaotische Szenen: Rettungskräfte trugen verletzte Opfer in Krankenwagen, während nervöse Soldaten in die Luft feuerten, um eine Menschenmenge auseinanderzutreiben. Die Al-Shabaab - ein Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida – bekannte sich zu den Attacken. Die Gruppe hat verstärkte Angriffe während des muslimischen Fastenmonats Ramadan angekündigt. 

In Somalia gibt es seit Anfang der 1990er Jahre keine funktionierende Zentralregierung mehr. Die Al-Shabaab-Miliz kontrolliert Teile des Landes, außerdem leidet die Bevölkerung unter der Gewalt verfeindeter Stammesmilizen und krimineller Banden. Sie will die Regierung Somalias stürzen und die Scharia einführen. Auch im benachbarten Kenia und in anderen Ländern verübte die Miliz Anschläge. Soldaten der Afrikanischen Union (AU) hatten 2011 die Al-Shabaab-Miliz aus Somalias Hauptstadt Mogadischu vertrieben. Die Miliz verübt jedoch immer wieder Anschläge, unter anderem in Nachbarländern, die Soldaten für die AU-Truppe in Somalia stellen.