Burkina Fasos Übergangspräsident Michel Kafando hat die für den jüngsten Putsch verantwortliche Präsidentengarde auflösen lassen. Dazu unterzeichnete er einen Erlass, der auch die Entlassung des Kommandeurs der Garde und den Minister für Sicherheit vorsieht.

Der Beschluss zur Auflösung und Entwaffnung wurde nach der ersten Kabinettssitzung der wieder eingesetzten Übergangsregierung gefasst. Zuvor hatte sich Interimsregierungschef Yacouba Isaac Zida – der früher als stellvertretender Kommandeur der Präsidentengarde diente – für den Schritt ausgesprochen.

Vor mehr als einer Woche hatten Militärs aus der Garde des früheren Präsidenten Blaise Compaoré eine Kabinettssitzung gestürmt, Kafando und Isaac Zida festgesetzt, Putschistenführer Gilbert Diendéré zum Staatschef ernannt und die für 11. Oktober anberaumten Wahlen abgesagt. Bei Unruhen kamen mindestens zehn Menschen ums Leben. Unter dem Druck der internationalen Gemeinschaft gab Diendéré dann jedoch die Macht an eine zivile Übergangsregierung zurück.

Die Junta hatte beklagt, dass Mitglieder aus Compaorés früherer Regierungspartei nicht zu den für Oktober geplanten Wahlen zugelassen seien. Regionale Schlichter dringen auf Neuwahlen im November. Verbündeten von Compaoré soll die Teilnahme erlaubt werden. Im Herbst vergangenen Jahres war der frühere Präsident nach 27 Jahren aus dem Amt und außer Landes getrieben worden.

Das Kabinett beschloss unter anderem auch die Einsetzung einer Kommission zur Untersuchung des Staatsstreichs. Diese solle binnen 30 Tagen einen Bericht vorlegen, die Verantwortlichen für den Putsch sollten zur Rechenschaft gezogen werden. Außerdem wurde vereinbart, dass ein neuer Zeitplan für die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen erstellt werden soll. Diese sollten eigentlich am 11. Oktober stattfinden und werden nun voraussichtlich um mehrere Wochen verschoben. Wie die Regierung weiter mitteilte, wurden im Zuge des Putsches elf Menschen getötet und 271 weitere verletzt.