Der AfD-Demonstrationszug auf der Berliner Wilhelmstraße ©  Paul Zinken/dpa

Begleitet von zahlreichen Gegendemonstrationen sind in Berlin etwa 5.000 Unterstützer der rechtskonservativen Partei Alternative für Deutschland (AfD) gegen die Asylpolitik der Bundesregierung auf die Straße gegangen. Ihnen standen etwa 1.100 Gegendemonstranten gegenüber, wie ein Polizeisprecher berichtete. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray gegen die Gegendemonstranten ein, die die Demonstration der AfD blockieren wollten. Ein Beamter sei leicht verletzt worden, habe seinen Dienst aber fortsetzen können, teilte die Polizei mit.

Schon der Auftakt der Demonstration unter dem Motto "Asyl braucht Grenzen. Rote Karte für Merkel" war von Konfrontationen begleitet. Nach Polizeiangaben versuchten zahlreiche Gegendemonstranten, die AfD-Kundgebung zu stören. Die 1.100 eingesetzten Polizisten mussten eine Sitzblockade auflösen und wiederholt einschreiten, als Gegendemonstranten Absperrungen durchbrechen wollten.

Dutzende verspätete AfD-Demonstranten konnten ihre Versammlung nur unter Polizeischutz erreichen. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, beschimpften einige Demonstranten beider Seiten einander massiv und mussten von den Einsatzkräften davon abgehalten werden, aufeinander loszugehen. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben mehr als 40 Menschen fest.

Gauland warnte in seiner Ansprache vor einer Völkerwanderung nach Deutschland, die mit dem Untergang des Römisches Reiches vergleichbar sei, "als die Barbaren den Limes überrannten". Die AfD werde angesichts der unkontrollierten Zuwanderung "kein freundliches Gesicht mehr zeigen", sagte Gauland weiter und warf den deutschen Medien "Pro-Asyl-Reklame" vor.

Auf der Abschlusskundgebung vor dem Hauptbahnhof sprach die AfD-Chefin Frauke Petry zu den Teilnehmern. Unter den AfD-Demonstranten waren auch Teilnehmer zu sehen, die ihrer Kleidung und Verhaltensweise nach offensichtlich dem gewaltbereiten rechtsradikalen Spektrum zuzuordnen sind.