Drei Tage nach dem schweren Bombenanschlag in Beirut haben die libanesischen Behörden elf mutmaßliche Komplizen der beiden Selbstmordattentäter festgenommen. Bei den Verdächtigen handele es sich um acht Syrer und drei Libanesen, sagte Innenminister Nuhad Maschnuk. Einer von ihnen habe sich auch in die Luft sprengen wollen, bei einem weiteren handele es sich um einen Schleuser, der die Gruppe aus Syrien in den Libanon geschmuggelt habe.

Zwei Selbstmordattentäter hatten am vergangenen Donnerstag gleichzeitig in einer belebten Geschäftsstraße im Viertel Burdsch al-Baradschne, einer Hochburg der schiitischen Hisbollah, ihre Sprengstoffwesten gezündet und 44 Menschen getötet. Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich zu dem Anschlag. Die Hisbollah unterstützt im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien die Truppen von Präsident Baschar al-Assad im Kampf gegen die IS-Miliz und andere Rebellengruppen.

"Das ganze Selbstmordattentäternetz und seine Unterstützer wurden festgenommen", sagte Maschnuk. Die Syrer seien in einem palästinensischen Flüchtlingslager in Burdsch al-Baradschne sowie in einer Wohnung im östlichen Stadtteil Aschrafiyya festgenommen worden, in der auch die Sprengstoffgürtel angefertigt worden seien. Die Gruppe wollte nach seinen Angaben eigentlich fünf Selbstmordattentäter in ein Krankenhaus schicken. Wegen der scharfen Sicherheitsvorkehrungen dort hätten sie ihr Ziel geändert und die Geschäftsstraße ausgewählt.

Nach den Attentaten in Paris sichert die israelische Regierung Frankreich ihre Unterstützung bei der Aufklärung der Anschläge zu. Israel hätten zwar keine Informationen über die Taten vorgelegen, berichtet der Zweite Kanal des israelischen Fernsehens. Allerdings sehe der israelische Geheimdienst eine klare Verbindung zwischen den Anschlägen in Paris und denen in der libanesischen Hauptstadt sowie dem möglichen Angriff des IS auf ein russisches Passagierflugzeug über dem Sinai.