Die vier Balkanstaaten Mazedonien, Kroatien, Serbien und Slowenien haben die Einreise von Flüchtlingen stark eingeschränkt. Seit der Nacht zum Donnerstag würden ausschließlich Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan ins Land gelassen. Das teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit und bestätigte damit entsprechende Ankündigungen des serbischen Innenministers Nebojša Stefanović.

"Wir werden niemanden nach Serbien lassen, der seine Reise nicht fortsetzen kann", sagte der Flüchtlingsbeauftragte der serbischen Regierung, Aleksandar Vulin. Konkret sind davon Menschen aus asiatischen und afrikanischen Ländern betroffen, etwa Marokko oder Pakistan. Nach UNHCR-Angaben verweigert allein Serbien derzeit rund 400 Flüchtlingen die Weiterreise. Das Nachbarland Mazedonien lässt laut UNHCR diese Flüchtlinge aber nicht wieder einreisen. Die Menschen sitzen nun zwischen den Grenzposten fest.  

Die Entscheidung der Balkanstaaten hat auch Auswirkungen auf Griechenland, über das sehr viele der Flüchtlinge nach Europa gelangen. Seit dem Morgen ist die Grenze zu Mazedonien, durch das die Flüchtlinge anschließend reisen müssen, um nach Westeuropa kommen, geschlossen. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtet, sammeln sich vor dem Übergang bereits mehr als 2.000 Menschen.

Am Dienstag hatten sich Beamte der Innenministerien Sloweniens, Serbien, Mazedoniens und Griechenlands auf Maßnahmen zur Kontrolle des Migrantenstroms geeinigt. Sie vereinbarten dort ein einheitliches System zur Identifizierung der Durchreisenden und eine gemeinsame Datenbank. Slowenien hatte zudem angekündigt, keine "Wirtschaftsflüchtlinge" mehr ins Land zu lassen und damit eine Art Kettenreaktion ausgelöst.

Über die Balkanroute kommen seit Monaten Hunderttausende Flüchtlinge nach Europa. Zwar sind die meisten davon Syrer, Iraker und Afghanen, doch gibt es auch Zehntausende Menschen beispielsweise aus Asien und Afrika, die fliehen.