Bundespräsident Joachim Gauck ist während seines Israel-Besuchs in Jerusalem mit dem Ehrendoktortitel der Hebräischen Universität ausgezeichnet worden. Der Präsident der renommierten Hochschule, Menachem Ben-Sasson, verlieh die Auszeichnung als Anerkennung für Gaucks weltweiten Einsatz gegen Rassismus, Extremismus und Antisemitismus.

Gauck rief Israelis und Palästinenser in seiner Ansprache zur Aussöhnung im seit Jahren stockenden Friedensprozess auf: "Ich wünschte, Juden und Palästinenser könnten die endlose Spirale der Gewalt endlich durchbrechen und friedlich und selbstbestimmt zu einem Miteinander finden."

Nach den islamistischen Terrorattacken von Paris zeigte der Bundespräsident Verständnis für das Sicherheitsbedürfnis Israels: "Jetzt, wo der Terror näher an uns in Westeuropa heranrückt, kann ich besser jene Bedrohung erfassen, in der die Israelis seit Jahrzehnten leben." Es sei beklemmend, wie "Gewalt und Terror auch in Ihrem Land wieder Angst und Misstrauen wach werden lassen". 

Er versprach dem Land unverbrüchliche Freundschaft: "Wir Deutschen bleiben an Ihrer Seite", sagte Gauck.

Gauck ist zum zweiten Mal in seiner Zeit als Staatsoberhaupt in Israel. Am Morgen war der Bundespräsident am zweiten Tag seiner Israel-Reise aus Anlass des 50. Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zusammengetroffen. Außerdem ist noch ein Besuch in der Residenz von Staatspräsident Reuven Rivlin vorgesehen.

Im Nachbarland Jordanien wird Gauck am Montag und Dienstag politische Gespräche führen. Neben Begegnungen mit König Abdullah II. und Vertretern der Zivilgesellschaft wird er dort auch ein UN-Lager für syrische Flüchtlinge besuchen.

Im Rahmen des Jubiläumsjahrs besucht derzeit auch der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) Israel. Er wollte in Jerusalem am heutigen Sonntag die Ausstellung Israelis und Deutsche eröffnen. Der derzeitige Bundesratspräsident führt am Dienstag Gespräche mit der palästinensischen Regierung in Ramallah und kehrt am Mittwoch nach Deutschland zurück.