Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier während seines Besuches im Irak ©Karim Kadim/AP

Im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) setzt Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) auf Saudi-Arabien. Dem Land komme als muslimische Führungsmacht eine Schlüsselrolle zu, sagte Steinmeier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Man brauche die islamische Welt, um dem IS den ideologischen Nährboden zu entziehen. Deshalb sei es gut, dass die "islamischen Staaten den Terrorismus gemeinsam bekämpfen wollen". Saudi-Arabien hat nach eigener Darstellung mehr als 30 muslimisch geprägte Länder für ein Bündnis gegen den IS gewonnen.

Steinmeier wies darauf hin, dass der IS im vergangenen Jahr rund ein Viertel des von ihm besetzten Territoriums verloren habe. Dies sei auf die Luftangriffe der internationalen Koalition zurückzuführen sowie auf den Kampfeinsatz der kurdischen Peschmerga im Irak. Die Bundeswehr hilft der Miliz mit Ausbildern und Waffen.

Inzwischen unterstützt die Bundeswehr auch die Luftangriffe gegen den IS in Syrien. Steinmeier verteidigte die Entscheidung: "Die Bedrohung durch den IS endet nicht an Deutschlands Grenzen. Deshalb kann die Antwort nicht heißen: Türen schließen, Rollläden runterziehen, Licht ausschalten und hoffen, dass es nur den Nachbarn trifft, bei dem noch Licht brennt". Dieses "zynische Kalkül" würde weder den Bürgerkrieg in Syrien beenden noch die Terroristen von ihren Gräueltaten abhalten.

Die Entsendung deutscher Bodentruppen schloss Steinmeier allerdings aus. In dieser Frage sei er sich mit SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel völlig einig. Gabriel hatte auf dem Bundesparteitag in Berlin eine Mitgliederbefragung für den Fall versprochen, dass das Mandat verändert und die direkte Beteiligung Deutschlands an Kampfhandlungen oder gar Bodentruppen in Syrien oder der Region eingefordert würden.

Ein deutsches Spezialflugzeug betankt Kampfjets der internationalen Koalition gegen den IS. Spätestens am 8. Januar sollen auch sechs deutsche Tornado-Aufklärungsflieger abheben. Sie werden allerdings selbst keine Bomben abwerfen.