Irakische Flüchtlinge warten am Bahnhof von Helsinki. © JUSSI NUKARI/Staff/GettyImages

Nach Schweden hat auch Finnland angekündigt, zahlreiche Asylsuchende abzuschieben. Wie das Innenministerium in der Hauptstadt Helsinki mitteilte, wird es sich voraussichtlich um etwa 20.000 Menschen handeln. Damit seien rund zwei Drittel der im vergangenen Jahr gestellten 32.000 Asylanträge betroffen.

Schweden hatte zuvor angekündigt bis zu 80.000 der im vergangenen Jahr eingereisten Asylsuchenden abzuschieben. Die Regierung habe Polizei und Migrationsbehörde den Auftrag erteilt, die Ausweisungen vorzubereiten. Bis zum Jahresende 2015 hatten mehr als 160.000 Menschen Asyl in Schweden gesucht. Nach Schätzungen der Regierung würden rund 45 Prozent von ihnen abgelehnt, hieß es.

Laut der schwedischen Regierung gebe es ein bedeutendes Risiko, dass große Gruppen von Flüchtlingen in den Untergrund verschwinden. Darauf bereite sich die Polizei etwa mit dem Ausbau der Grenzpolizei und mehr Ausländerkontrollen im Land vor.

Schon im November hatte Schweden wieder Grenzkontrollen eingeführt, seit Januar müssen auch alle Zug- und Busunternehmen die Identitäten der Passagiere festhalten, die von Dänemark nach Schweden einreisen. Darauf reagierte Dänemark mit Kontrollen an der Grenze zu Deutschland. Nach Angaben der Regierung kamen bisher täglich etwa hundert Flüchtlinge an, im Oktober waren es fast 10.000 pro Woche.