Ein verlassenes Flüchtlingsboot an der griechischen Küste im Oktober 2015 © Yannis Behrakis/Reuters

Mindestens 42 Flüchtlinge sind auf der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland in der Ägäis ertrunken. Viele weitere werden noch vermisst. Unter den Toten seien mindestens 18 Kinder, teilte die griechische Küstenwache mit. Insgesamt 67 Menschen seien bislang gerettet worden: Küstenschutzschiffe, Hubschrauber und private Boote suchten nach Vermissten.

Zunächst war ein Boot vor der kleinen Insel Farmakonisi in der östlichen Ägäis verunglückt, es sei mit 48 Menschen besetzt gewesen, berichtete die Küstenwache. 40 von ihnen schafften es, ans Ufer zu gelangen, sieben Kinder und eine Frau konnten nur noch tot geborgen werden.

Bei einem zweiten Unglück sei ein hölzernes Segelboot vor der Insel Kalolimnos gesunken. 26 Menschen konnten gerettet werden. Die Überlebenden schätzten, auf dem hölzernen Segelboot hätten sich bis zu 70 Menschen befunden. Bisher wurden 34 Leichen aus dem Wasser gezogen, unter ihnen elf Kinder.

Nach den Vermissten sei eine Suche eingeleitet worden, teilte die Hafenpolizei mit. An der Such- und Rettungsaktion nahmen drei Hubschrauber und mehrere Fischer sowie Patrouillenboote der Küstenwache und der europäischen Grenzschutzagentur Frontex teil.

2015 Tausende Menschen tot oder vermisst

Tausende Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak versuchen seit Monaten, über die Türkei nach Europa zu gelangen. Trotz des Winterwetters machen sich jeden Tag Tausende Menschen auf die gefährliche Überfahrt zu den griechischen Ägäis-Inseln. Griechenland gilt als Haupteingangstor für Flüchtlinge in die Europäische Union. Laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR seien bis zum 18. Januar dieses Jahres 16 Menschen auf der Flucht über das Meer nach Griechenland gestorben, 10 weitere werden vermisst. Das UNHCR beruft sich dabei auf Daten der griechischen Küstenwache. Im letzten Jahr wurden demnach 271 Tote vor Griechenland geborgen, 152 Menschen gelten als vermisst.

Seit Anfang letzten Jahres schafften insgesamt etwa 890.000 Menschen den Weg über das Mittelmeer nach Griechenland, jeden Tag kommen momentan durchschnittlich 1.800 hinzu. Im Dezember waren es noch etwa 3.500, im Sommer 15.000 Menschen täglich. Wegen der widrigen Wetterbedingungen wagen in den Wintermonaten weniger Menschen die Überfahrt. 

Insgesamt kamen im Jahr 2015 über eine Millionen Menschen über den Seeweg nach Europa. Etwa 3.800 Flüchtlinge sind nie an ihrem Ziel angekommen: Sie sind tot oder werden vermisst.