Der Bundeswehreinsatz im westafrikanischen Mali wird deutlich ausgeweitet. Der Bundestag stimmte der Entsendung von bis zu 650 Soldaten in den gefährlichen Norden des Wüstenstaates mit großer Mehrheit zu.

502 Abgeordnete waren für die stärkere Teilnahme an der UN-Mission, 66 dagegen, sechs enthielten sich. Neben den Koalitionsfraktionen unterstützen auch die Grünen den Einsatz. Die Linke ist als einzige Bundestagsfraktion dagegen.

Die Soldaten sollen zur Durchsetzung eines Friedensabkommens zwischen Regierung und Rebellengruppen beitragen. Ihre Hauptaufgaben werden Aufklärung mit Drohnen und Spähfahrzeugen sowie der Objektschutz sein. Die deutschen Soldaten werden in  Gao im Norden des Landes stationiert. Dort werden sie mit niederländischen Soldaten zusammenarbeiten, die dort ein großes Feldlager unterhalten. Die Soldaten sollen die teils islamistischen Aufständischen aber nicht aktiv bekämpfen.   

Die ersten Soldaten sollen bereits in den kommenden Tagen ins Einsatzgebiet starten. Bis Anfang Juni werden zunächst rund 400 Soldaten in den Norden Malis geschickt. In Gao werden ihre Hauptaufgaben Aufklärung mit Drohnen und Spähpanzern sowie der Objektschutz sein.

Auftrag der UN-Truppe Minusma in Mali ist es, das Land nach dem Islamisten-Aufstand 2012 zu stabilisieren. Die Extremisten hatten damals gemeinsam mit Tuareg-Rebellen den Norden des Landes erobert, bevor französische Truppen sie 2013 zurückdrängten. Nach dem bisherigen Bundestagsmandat konnte Deutschland bis zu 150 Soldaten in diesen Einsatz entsenden, tatsächlich sind nur sehr wenige Bundeswehr-Soldaten im Minusma-Hauptquartier in der Hauptstadt Bamako tätig. Außerdem beteiligt sich Deutschland mit etwa 200 Soldaten am europäischen Ausbildungseinsatz für die malische Armee im relativ ruhigen Süden des Landes.

Instabile Sicherheitslage

Bei einem Angriff auf einen Militärkonvoi im Norden Malis wurde mindestens ein Soldat getötet. Eine Gruppe Bewaffneter überfiel ein Nachschubfahrzeug im Ort Ambaradjou nahe der Stadt Timbuktu, teilte das Militär mit. Es habe mehrere Verletzte gegeben. Zudem hätten die Angreifer ein Fahrzeug unter ihre Kontrolle gebracht. Timbuktu liegt gut 300 Kilometer Luftlinie nordwestlich von Gao, wo die deutschen Soldaten stationiert sein werden.

Ausbildung im Nordirak

In einem weiteren Beschluss billigte der Bundestag mit großer Mehrheit eine Aufstockung des Ausbildungseinsatzes im Nordirak. Dort sollen künftig bis zu 150 deutsche Soldaten die kurdischen Peschmerga im Kampf gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) trainieren. Bisher lag die Mandatsobergrenze bei 100 Soldaten.