Acht Deutsche wurden bei einem Anschlag in Istanbul getötet – dies hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier mittlerweile bestätigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel brachte ihre Bestürzung über das Attentat zum Ausdruck: "Meine Gedanken sind in diesen Stunden natürlich bei den Angehörigen der Opfer und bei den Verletzten." Bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz sagte sie: "Heute hat es Istanbul getroffen – davor Paris, Tunis und viele Orte mehr." Sie erinnerte an alle Opfer von Terroranschlägen, insbesondere auch in der Türkei.

Der internationale Terrorismus habe "wieder einmal sein menschenverachtendes Gesicht" gezeigt. Die Bundesregierung werde alles tun, um zusammen mit der Türkei die "schnellstmögliche Hilfe zu organisieren." Es sei notwendig, entschlossen gegen die Grausamkeit des internationalen Terrorismus vorzugehen. Terroristen hätten immer ein Ziel: "Unser freies Leben in freien Gesellschaften." Terroristen seien Feinde aller Menschlichkeit. Doch am Ende würden sich Freiheit und das entschlossene Vorgehen gegen Terroristen durchsetzen, sagte Merkel.

Die türkische Regierung hat bestätigt, dass es sich bei dem Selbstmordattentäter um einen Syrer handelt, der Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" war. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach von einem "barbarischen feigen Akt des Terrors", den die Bundesregierung auf das Schärfste verurteile. Zugleich versicherte er: "Wir stehen fest an der Seite der Türkei."

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Das Bundeskabinett wird sich noch im Laufe des Abends über die Erkenntnisse zu dem Selbstmordanschlag informieren lassen, sagte Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel. "Das sind unschuldige Menschen, die dem Terror zum Opfer fallen", sagte er.

Bundespräsident Joachim Gauck zeigte sich tief erschüttert. "Es ist entsetzlich, was heute in Istanbul geschehen ist", erklärte das Staatsoberhaupt. Wieder seien "bei einem hinterhältigen terroristischen Anschlag" unschuldige Menschen ermordet worden, darunter viele Deutsche. Er werde noch heute mit dem türkischen Präsidenten telefonieren.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan zeigte sich entsetzt über den Anschlag und versicherte, sein Land werde alles tun, um die Terroristen des IS zu bekämpfen.

Auch in anderen Ländern löste der Anschlag Bestürzung aus: Saudi-Arabien stehe im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite der Türkei und auch des Iraks, hieß es aus dem saudischen Außenministerium in Riad. Im Irak hatte es am Montag zwei Bombenanschläge mit mehr als 30 Toten gegeben. In Ägypten drückte ein Sprecher des Außenministeriums sein Beileid für die Familien der Opfer aus. Er rief die internationale Gemeinschaft auf, sich angesichts des Terrorismus zu vereinen. Dieser ziele darauf ab, weltweit die Stabilität zu untergraben.

Im Iran sagte Außenamtssprecher Dschabar Ansari: "Diese Terroraktion hat erneut bewiesen, wie dringend notwendig eine regionale und internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus ist." Um diese Zusammenarbeit zu ermöglichen, sollten im Vorfeld alle politischen Differenzen in der Region friedlich und politisch gelöst werden.

Auch Russland hält die Bildung einer "Einheitsfront gegen den Terror" für dringend notwendig. Das Attentat in Istanbul verurteilte die Regierung in Moskau als "zynisches Verbrechen" und sprach den Familien der Opfer ihr Beileid aus. "Diese Tat, für die es keine Rechtfertigung gibt, hat einmal mehr die Grausamkeit des internationalen Terrorismus demonstriert. Umso mehr, als dass friedliche Bürger – einschließlich Ausländer – Opfer dieser schändlichen Aktion wurden", hieß es aus dem Außenministerium.

Die USA teilten mit, sie stünden an der Seite ihres Nato-Partners Türkei und unterstützten dessen Kampf gegen den "Islamischen Staat". Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates sagte, auch und gerade angesichts der Attacke von Istanbul versprächen die USA ihre andauernde Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus.

Frankreichs Präsident François Hollande sprach der Türkei und den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl und seine Solidarität aus. "Dieser Akt schändlicher Gewalt muss mehr denn je unsere gemeinsame Entschlossenheit stärken, den Terrorismus zu bekämpfen", sagte er.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. Er forderte, dass die Verantwortlichen für den Anschlag zur Rechenschaft gezogen werden müssten.