Bei einem erneuten Bootsunglück in der Ägäis sind mindestens 37 Flüchtlinge ums Leben gekommen, unter ihnen fünf Kinder. Nach Angaben der türkischen Küstenwache kenterte ihr Boot am Samstag bei dem Versuch, von der türkischen Provinz Çanakkale auf die griechische Insel Lesbos überzusetzen. 75 Schiffbrüchige konnten gerettet werden, die Zahl der Vermissten war zunächst unklar. An Bord sollen mehr als 100 Menschen gewesen sein.

Bergungskräfte versuchten, das untergegangene Boot zu erreichen. "Wir befürchten, dass sich noch mehr Leichen in dem Boot befinden", sagte der Vizegouverneur der türkischen Provinz Çanakkale, Saim Eskioğlu, dem Fernsehsender CNN-Türk. Bei den Überlebenden handele es sich um Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Myanmar, hieß es weiter. Die private Nachrichtenagentur Doğan meldete, die Polizei habe einen türkischen Mann unter dem Verdacht verhaftet, die Überfahrt organisiert zu haben.

Lesbos liegt nur acht Kilometer nördlich vor der Küste Çanakkale. Die griechische Insel wurde deshalb zu einem bevorzugten Ziel von Flüchtlingen, die von der Türkei aus Griechenland und damit die EU erreichen wollen. Die Überfahrt ist aber insbesondere im Winter sehr riskant.

Trotz der schlechten Wetterbedingungen begeben sich immer noch jede Woche Tausende Menschen auf die gefährliche Überfahrt in Richtung Europäische Union. Erst am Donnerstag waren 24 Flüchtlinge beim Untergang ihres Boots vor der griechischen Insel Samos umgekommen, am Mittwoch ertranken sieben Menschen.

Nach UN-Angaben kamen seit Beginn des Jahres mehr als 44.000 Flüchtlinge nach Griechenland, mehr als 200 Menschen verloren auf dem Weg dorthin ihr Leben oder gelten als vermisst.