Vor den ersten Vorwahlen für die US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten sind Bernie Sanders Chancen beträchtlich gestiegen. Laut Umfrage von CNN und WMUR liegt der Senator aus Vermont im Bundesstaat New Hampshire 27 Prozentpunkte vor Favoritin Hillary Clinton. 

Die Umfrage wurde zum größten Teil vor der TV-Debatte der Demokraten am vergangenen Sonntag geführt. Demnach ist Sanders Unterstützung seit der vergangenen Umfrage im späten November und frühen Dezember um mehr als 10 Punkte angestiegen. Mittlerweile führt er mit 60 zu 33 Prozentpunkten vor Clinton. Auch im Dezember lag Sanders in New Hampshire schon vor Clinton, allerdings betrug der Unterschied noch 50 zu 40 Prozentpunkten.

Clinton liegt bei den Demokraten in landesweiten Umfragen aber mit etwa 51 zu 38 Prozent weiter in Führung. Doch in Iowa, wo am 1. Februar die erste Vorwahl stattfindet, liegt Sanders mit vier Prozentpunkten Rückstand dicht hinter ihr. In New Hampshire findet am 9. Februar die zweite Vorwahl statt. Der dritte Teilnehmer der Fernsehdebatte, Marylands ehemaliger Gouverneur Martin O'Malley, ist in den Umfragen weit abgeschlagen.

Sanders' Erfolg in New Hampshire könnte einen positiven Effekt für den Demokraten haben: Als einer der ersten Vorwahl-Staaten gilt New Hampshire traditionell als besonders wichtig. Die Kandidaten erhoffen sich besonders eine hohe mediale Aufmerksamkeit, die sich auf die Vorwahlen in den nachfolgenden Staaten auswirken kann. Die Vermutung: Sanders könnte auch in anderen Staaten insbesondere junge und parteilose Wähler überzeugen, die sich ihre Partei in den Vorwahlen noch aussuchen können.

Im Dezember hatten 38 Prozent der parteilosen Wähler in New Hampshire angegeben, dass sie an den Vorwahlen der Demokraten teilnehmen würden. In der neuen Umfrage waren es bereits 48 Prozent. Diese Wähler sind entscheidend für Sanders: 70 Prozent von ihnen wollen der neuen Umfrage zufolge Sanders unterstützen, 25 Clinton. Unter den bekennenden Demokraten ist der Unterschied geringer: 50 Prozent wollen Sanders, 41 Prozent Clinton wählen.

Clinton werden dagegen vor allem bessere Chancen bei Frauen sowie bei afroamerikanischen US-Bürgern vorhergesagt: Frühere Umfragen zeigten, dass sie gerade in dieser Zielgruppe deutlich besser dastand als Sanders.

Mehr als die Hälfte der demokratischen Wähler sind sich laut der Umfrage bereits sicher, wen sie unterstützen werden. Im Dezember waren es nur 36 Prozent. Unter diesen sicheren Wählern planen 64 Prozent, Sanders ihre Stimme zu geben, 35 Prozent wollen für Clinton stimmen.

Die USA wählen im November 2016 ein neues Staatsoberhaupt. US-Präsident Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Bei der Vorwahl 2008 in Iowa war Clinton nach den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern Barack Obama und dem Senator John Edwards auf den dritten Platz gekommen.