Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt bei "Anne Will" ihre Flüchtlingspolitik. ©Rainer Jensen/dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Linie in der Flüchtlingspolitik trotz aller Kritik aus der CSU bekräftigt. Sie werde ihre ganze Kraft darauf setzen, eine europäische Lösung mit dem Schutz der Außengrenzen zu finden, sagte Merkel in der ARD-Sendung Anne Will. Sie habe keinen Plan B. Auf die Frage, was eine Kursänderung bewirken könne, sagte Merkel: "Ich sehe nichts, was das hervorrufen könnte." Persönliche Konsequenzen für den Fall, dass der EU-Türkei-Gipfel am 7. März scheitere, schloss Merkel aus.

"Meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit besteht darin, dass dieses Europa einen gemeinsamen Weg findet", sagte sie. Sie setze ihre gesamte Kraft auf den von ihr eingeschlagenen Weg einer europäischen Lösung sowie einer Bekämpfung der Fluchtursachen vor allem in Syrien. "Das alles mag manchen zu langsam gehen", sagte die Kanzlerin. Sie glaube aber daran, dass dies der einzige Weg zu einer nachhaltigen Lösung sei.

Zur Grenzschließung in Mazedonien sagte Merkel, die deutsche Verantwortung sei es, die Situation nicht zu Lasten eines Landes, sondern gemeinsam mit den EU-Partnern zu lösen. Sie setze auf die Verhandlungen mit der Türkei bei dem EU-Türkei-Gipfel in einer Woche. Merkel sagte Griechenland weitere Unterstützung zu: "Dieses Land können wir doch jetzt nicht im Stich lassen." Man habe das Land doch nicht im Euro gehalten, um es jetzt fallenzulassen.

Angela Merkel - "Die, die Schutz brauchen und suchen, sollen Schutz bekommen" Bundeskanzlerin Angela Merkel skizzierte im Deutschen Bundestag die Linie der Politik der Regierung zu aktuellen nationalen, internationalen und europäischen Themen.

Angesichts der vielen Flüchtlinge, die quer durch Europa ziehen, warnte Merkel vor nationalen Alleingängen. "Das ist genau das, wovor ich jetzt Angst habe, wenn der eine seine Grenze definiert, muss der andere leiden. Das ist nicht mein Europa." Niemand solle glauben, dass durch einseitige Grenzschließungen die Probleme beseitigt werden könnten. Sie leite dabei der Gedanke, "dass Europa nicht kaputtgeht". Die Kanzlerin bat die Bürger um Geduld für ihren internationalen Ansatz. Europa zusammenzuhalten und Humanität zu zeigen sei ihre Priorität. Es gehe auch um Deutschlands Ansehen in der Welt. "Das ist eine ganz wichtige Phase unserer Geschichte."