Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für eine Flugverbotszone über Syrien ausgesprochen. "In der jetzigen Situation wäre es hilfreich, wenn es dort ein Gebiet gäbe, auf das keine der Kriegsparteien Angriffe fliegt – also eine Art Flugverbotszone", sagte Merkel der Stuttgarter Zeitung. "Wenn es gelänge, zwischen der Anti-Assad-Koalition und den Assad-Unterstützern eine solche Vereinbarung zu treffen, wäre das hilfreich." Zugleich schloss sie Verhandlungen mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) strikt aus.

Die Kanzlerin unterstützte damit erstmals einen Vorschlag, den die Türkei schon seit längerer Zeit erhebt. Merkel bezeichnete die Lage in Syrien, wo der Konflikt zwischen dem Regime von Baschar al-Assad und seinen Gegnern bald fünf Jahre dauert, als "unendlich kompliziert". Die Bombardierungen in und um die Stadt Aleppo, "gerade auch durch russisches Militär", machten alles noch schwieriger.

"Es muss diplomatisch alles versucht werden, diesen Krieg zu beenden", sagte Merkel. "Aber dass er morgen vorbei ist, damit kann man wirklich nicht rechnen."

Mit Unterstützung des russischen Militärs rücken die Assad-Truppen seit Wochen auf Aleppo vor. Zehntausende Menschen aus der Region sind in Richtung Türkei und Europa geflohen. Zwar wurde am Wochenende auf der Münchener Sicherheitskonferenz eine Feuerpause für Syrien vereinbart – doch setzen die syrischen Regierungstruppen mit russischer Luftunterstützung ihre Offensive im Norden Syriens unvermindert fort. Auch ist unklar, für welche der vielen Konfliktparteien die Feuerpause gelten soll und wer sie tatsächlich umsetzen wird.

Am Montag wurden zwei Krankenhäuser und eine Schule angegriffen. Insgesamt starben in den Provinzen Idlib und Aleppo am Montag 19 Menschen, wie die der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. 

Aleppo: Verwüstungen im Bürgerkrieg

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Aleppo, Syrien, Krieg
26. Februar 2013: Seit mehreren Monaten finden in Aleppo schwere Kämpfe statt. Rebellengruppen versuchen, die zweitgrößte Stadt Syriens unter ihre Kontrolle zu bringen. Noch sind die Altstadtbereiche rund um die Zitadelle relativ intakt.
Aleppo, Syrien, Krieg
15. Dezember 2014: Das Satellitenbild zeigt schwere Verwüstungen und Bombenkrater. Südlich und westlich der Zitadelle liegen ganze Gebäudezüge in Schutt und Asche, darunter auch die ehemalige Chusrawiyya-Moschee.

Ärzte ohne Grenzen (MSF) sprach von einem anscheinend "gezielten Angriff" auf eine von der Hilfsorganisation unterstützte Klinik. Die Menschenrechtsbeobachter gingen davon aus, dass die Bombardements von russischer Seite ausgeführt wurden. Aus Moskau gab es dazu keine Stellungnahme.

AFP/Getty
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Zerrissenes Land

Mehr als 400.000 Menschen sind in Syrien getötet worden, seit der Konflikt im Frühjahr 2011 als friedlicher Protest gegen die Regierung begann. Das Assad-Regime reagierte mit Gewalt, seine Gegner griffen zu den Waffen – heute herrscht Bürgerkrieg.

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