Der Nuklear-Test wird in einem nordkoreanischen Elektronikladen übertragen. © Kim Hong-Ji/Reuters

Der UN-Sicherheitsrat hat weitere harte Sanktionen gegen das kommunistische Nordkorea beschlossen. Das Gremium der Vereinten Nationen stimmte in New York einstimmig für die neuen Strafmaßnahmen, die unter anderem erstmals eine verpflichtende Inspektion aller Lieferungen aus und nach Nordkorea, sowie ein Verkaufsverbot für Handfeuerwaffen umfasst.

Der Sicherheitsrat reagierte damit auf einen Raketenstart und einen Atomwaffentest Nordkoreas vor wenigen Wochen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinten Nationen sind nun alle Mitglieder verpflichtet, alle für Nordkorea bestimmten oder aus Nordkorea kommenden Waren zu inspizieren. Alle Schiffe mit womöglich illegalen Lieferungen müssen in die Häfen beordert werden.

Überdies werden die Exportbeschränkungen für Nordkorea verschärft – mit dem Ziel, dem Land die Finanzierung seiner Atom- und Raketenprogramme weiter zu erschweren. Weder Kohle noch Eisen, Eisenerz, Gold, Titan oder seltene Erden dürfen dem Land noch abgekauft werden. Treibstoff für Flugzeuge oder für Raketen darf nicht mehr geliefert werden.

Staatsfernsehen - Nordkorea zeigt Aufnahmen vom Raketenstart Als Reaktion auf die Zündung der Langstreckenrakete hat Südkorea damit begonnen, sich aus dem von beiden Staaten betriebenen Industriepark Kaesŏng zurückzuziehen.

Die neuen Strafmaßnahmen gehörten zu den schärfsten, die jemals gegen ein Land verhängt worden seien, sagte der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft. Sein französischer Kollege François Delattre sprach von beispiellosen, aber gezielten Sanktionen.

Auch US-Präsident Barack Obama lobte die neue Resolution als "entschlossene, gemeinsame und angemessene" Antwort. Die Staatengemeinschaft habe Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un "mit einer Stimme" eine einfache Botschaft übermittelt: Das Land müsse seine gefährlichen Programme aufgeben und einen besseren Weg für seine Bevölkerung wählen.

Eigentlich sollte schon am Dienstag über den Resolutionsentwurf abgestimmt werden, doch hatte Russland laut Diplomaten um einen 24-stündigen Aufschub gebeten. Die Entscheidung fiel letztlich einstimmig, neben Russland stellte sich damit auch der Nordkorea-Verbündete China hinter die neuen Sanktionen. Die Zustimmung Chinas gilt als Indiz, dass selbst Peking Pjöngjangs aggressiven Kurs nicht länger duldet.