Außenminister Frank-Walter Steinmeier trifft in Washington seinen US-Kollegen John Kerry. ©Kay Nietfeld/dpa

Außenminister Frank-Walter Steinmeier und sein US-Kollege John Kerry haben die Waffenruhe in Syrien als Zeichen der Hoffnung für das Bürgerkriegsland bezeichnet. "Seit München hat es greifbare Fortschritte gegeben", sagte Steinmeier bei einem Treffen mit Kerry in Washington.

Bislang hält die von den USA und Russland ausgehandelte und am Samstagmorgen in Kraft getretene Waffenruhe weitgehend. Eine erste Verständigung darauf hatte es am Rande der Sicherheitskonferenz in München Mitte Februar gegeben. In den vergangenen Tagen gab es aber immer wieder Berichte über Verstöße.

Kerry erklärte, diese würden nun einzeln untersucht. "Es ist nicht überraschend, dass jemand Kampfflugzeuge in der Luft sieht oder sogar beobachtet, dass Kampfflugzeuge Bomben abwerfen. Die Frage ist, wo sie sie abgeworfen haben und wer dort am Boden ist." Aber keine der Verletzungen sei signifikant genug, um die Vereinbarung zu brechen.

Syrien - Waffenruhe wird weitgehend eingehalten An mehreren Orten im Land soll es dennoch zu Luftangriffen gekommen sein. Die Vereinten Nationen wollen während der Waffenruhe Lebensmittel in zahlreiche belagerte Städte und Ortschaften bringen.

Dschihadisten wie die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) oder die Al-Nusra-Front, der syrische Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida, sind von der Waffenruhe ausgenommen. Das ist vor allem deshalb ein Problem, weil viele Stellungen Al-Nusras in der Nähe von Stellungen verbündeter Milizen liegen, die durch die Feuerpause geschützt sein sollten.

Kerry appellierte an den syrischen Machthaber Baschar al-Assad, Hilfslieferungen nicht zu behindern. "Vieles von dieser Hilfe könnte schneller ankommen", sagte er. Die syrische Regierung solle "versuchen, einige Maßnahmen des Anstandes zu zeigen".

Erstmals seit dem Beginn der Waffenruhe waren am Montag Lieferungen in der belagerten Stadt Muadamija südwestlich der Hauptstadt Damaskus eingetroffen. In den kommenden Tagen wollen die Vereinten Nationen die Feuerpause nach eigenen Angaben dafür nutzen, mehr als 150.000 Menschen in belagerten Gebieten in dem Bürgerkriegsland zu helfen.