Die antike Stadt Palmyra ist Ziel von Luftangriffen und heftigen Kämpfen zwischen syrischen Regierungstruppen und der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) geworden. Auf beiden Seiten seien Einsatzkräfte getötet worden, berichteten Aktivisten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Ein Sender der libanesischen Hisbollah-Miliz meldete, syrische Soldaten und ihre Verbündeten hätten einen strategisch wichtigen Hügel vom IS zurückerobert. Dieser hatte die Stadt im Mai 2015 erobert.

Unklar blieb, wer genau die Luftangriffe flog. Russland hatte just am Dienstag mit dem überraschend angekündigten Teilabzug seiner Streitkräfte begonnen. Seit Ende September unterstützte Russland die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad mit Luftangriffen. Auch die Hisbollah unterstützt die syrische Armee im Kampf gegen Rebellen.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte, dass es Luftangriffe vermutlich russischer Flugzeuge gegeben habe. Die Regierungstruppen stünden nun nur noch vier Kilometer südlich und westlich der Stadt. Ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte, sollte die Armee die Oasenstadt zurückerobern, wäre dies ein bedeutender Sieg, da er den Weg zur irakischen Grenze öffnen würde. Der Hügel Hill 900, dessen Eroberung der Hisbollah-Sender Al-Manar meldete, ist der höchste in der Gegend. Von ihm aus kann man Palmyra überblicken.

Die Terrormiliz IS hatte die Stadt, deren antike römische Ausgrabungsstätten auf der Liste des Weltkulturerbes stehen, im vergangenen Mai erobert. In den folgenden Monaten schockierte sie die Weltöffentlichkeit durch die Sprengung bedeutender antiker Tempel, Gräber und Statuen sowie eine Reihe öffentlicher Hinrichtungen in den Ruinen.

Im Ringen um ein Ende des Bürgerkriegs in Syrien wird US-Außenminister John Kerry kommende Woche zu Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Moskau reisen. Dabei soll es um den Teilabzug der russischen Truppen aus Syrien gehen. Geplant sei auch ein Treffen mit Außenminister Sergej Lawrow, teilte Kerry in Washington mit. Die Ankündigung des russischen Teilabzugs aus Syrien sowie die politischen Gespräche in Genf markierten eine sehr wichtige Phase für das Bürgerkriegsland, sagte Kerry.