Einwohner und Sicherheitskräfte in Diyarbakir (Archivbild) © Ilyas Akengin/AFP/Getty Images

Bei Zusammenstößen im Südosten der Türkei sind nach Informationen aus Sicherheitskreisen sieben Polizisten und drei kurdische Aufständische ums Leben gekommen. Nach den Gefechten verhängten die örtlichen Behörden in Teilen der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Diyarbakir eine Ausgangssperre. Anhänger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hätten zuvor damit begonnen, Straßensperren zu errichten, Gräben auszuheben und Sprengsätze anzubringen. Auch in anderen Städten der Region gilt seit Montag eine Ausgangssperre.

Der Konflikt hat nach dem Autobomben-Anschlag in Ankara mit 37 Toten und mehr als 120 Verletzten wieder an Schärfe zugenommen. Am Sonntagabend war ein offenbar mit Sprengstoff beladenes Auto im Zentrum der türkischen Hauptstadt in der Nähe eines Busses explodiert. Die türkische Regierung vermutet die PKK hinter dem Selbstmordanschlag

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte: "Es gibt sehr ernste, beinahe sichere Hinweise, die vor allem auf die separatistische Terrororganisation hindeuten." Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte ein entschlossenes Vorgehen gegen den Terror angekündigt. Er werde den "Terrorismus in die Knie zwingen", sagte Erdoğan.

Terror - Türkei macht PKK für Anschlag in Ankara verantwortlich Die türkische Regierung hat mitgeteilt, dass Sympathisanten der kurdischen Partei PKK den Anschlag in Ankara ausgeführt haben sollen. Dabei starben insgesamt 37 Menschen.

Nach einem weiteren Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara vor drei Wochen hatte sich die PKK-Splittergruppe TAK als Urheber bekannt. Damals waren 29 Menschen getötet worden. Ein offizielles Bekenntnis zum Anschlag am Sonntag liegt bislang nicht vor.

Zerstörte Waffenlager

Wenige Stunden nach der Explosion hatte die türkische Luftwaffe begonnen, Stellungen der PKK im Nord-Irak zu bombardieren. Nach ersten Erkenntnissen wurden dabei 45 PKK-Kämpfer getötet, wie die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Sicherheitskreise meldete. Außerdem seien bei den Luftschlägen in den Regionen Kandil und Gara Waffen und Munitionsdepots zerstört worden. In Kandil unterhält die PKK ihr Hauptquartier. 

Nach dem Scheitern einer mehr als zweijährigen Waffenruhe mit der PKK im Juli kommt es vor allem im Südosten des Landes immer wieder zu Zusammenstößen. Hinzu kommen die andauernden Auseinandersetzungen an den Grenzen zum Bürgerkriegsland Syrien und dem Irak sowie vermehrte Anschläge in Ankara und Istanbul.