Wann werden wir lernen, dass wir nicht besser sind als andere? Wann werden wir lernen, dass unsere Kultur, egal wie sehr wir sie wertschätzen, nicht die einzige ist? Wann werden wir lernen, dass es im Grunde keinen Unterschied zwischen jenen gibt, die wir bewundernd auf ein Podest stellen und jenen, die wir so gerne verachten? Wann werden wir lernen, dass unsere westliche Kultur keiner östlichen Kultur überlegen ist? Wann werden wir lernen, dass unsere Demokratie genauso gut oder schlecht ist wie die Diktaturen?

Vielleicht niemals. Aber es lohnt sich darüber nachzudenken.

Bestes Beispiel: Deutschland.

Beginnen wir mit einem lustigen Kerlchen namens Jan Böhmermann, den die deutsche Staatsanwaltschaft vorladen möchte. Wir alle kennen diesen Namen, nicht weil wir alle ZDF schauen, sondern weil eine Anführerin der "freien" Welt, Angela Merkel, die Entscheidung getroffen hat, diesen Typen, der ein Vertreter des Medienbetriebs ist, strafrechtlicher Verfolgung auszusetzen, weil er die Ehre eines Mannes verletzt haben soll, der unzählige Journalisten ins Gefängnis hat werfen lassen, allein für das Verbrechen, etwas geschrieben zu haben, das er nicht lesen wollte. Ich persönlich denke, wenn er nicht mag, was manche Leute über ihn schreiben, sollte er es einfach nicht lesen, anstatt die Urheber zu foltern. Aber das ist hier nicht der Punkt.

Der Punkt ist, dass ein "demokratisches" Staatsoberhaupt dachte, es sei angemessen, Staatsanwälten das Recht einzuräumen, diesen Jan für Witze, die Ziegen und Penisse enthalten, einzusperren. Und die Millionen Bürger dieses "demokratischen" Staates sind nicht auf die Straße gegangen, um zu demonstrieren, zu schreien und zu verlangen, dass das Staatsoberhaupt den Posten sofort räumen soll, ganz gleich, was das Ergebnis des juristischen Verfahrens sein wird. Angela argumentiert selbstverständlich, dass sie gar keine wirksame Entscheidung getroffen habe, sondern nur anderen erlaubt habe, eine zu fällen. Aber das ist eine schlechte Ausrede.

Vor einigen Jahren, wenn ich hier etwas Persönliches einfügen darf, war ich in einer ähnlich misslichen Lage. Über zehn Monate haben deutsche Behörden gegen mich ermittelt, weil man mich verdächtigte, ein Nazi zu sein. Ich kann dir sagen, es ist kein Spaß, Gegenstand einer Ermittlung zu sein, liebe Angela, egal wie lächerlich die Anklage ist. Es stimmt einfach nicht, dass du keine Entscheidung getroffen hast. Du hast. Und zwar eine schwerwiegende.

Die deutschen Massen, die sonst bei jeder Gelegenheit, sei es am 1. Mai oder 2. Dezember, demonstrieren, ziehen es in diesem Fall vor, zu Hause zu bleiben.

Sieht so Demokratie aus?

Zur Erinnerung: Jan ist nicht allein.

Hier ist ein weiterer Fall.
Die Staatsanwälte des demokratischen Staates Deutschland haben dieser Tage noch mit einem anderen Mann zu tun: Lutz Bachmann. Lutz, der ehemalige Anführer von Pegida, muss sich für seine Facebook-Posts vor Gericht verantworten, in denen er Flüchtlinge mit einigen hässlichen und dummen Namen belegte. Genau wie Jan mag er Tiere, und er nannte Flüchtlinge neben anderen Dingen "Tiere".

Den Behörden zufolge gilt das in einer Demokratie offensichtlich als Verbrechen.

Ist das wirklich so?

Klar, wenn man unter Demokratie versteht, dass man jedes Mal das Einverständnis von Big Brother oder Big Mama braucht, wenn man den Mund aufmachen will, dann heißt die Antwort natürlich: Ja.

Jan und Lutz sind nicht das Einzige.

Da sind noch weitere "demokratische" Elemente, die mir in den letzten Monaten aufgefallen sind, namentlich: die deutsche Presse.