Bei zwei Bombenanschlägen in der Stadt Aden im Süden Jemens sind mindestens 45 Menschen getötet worden. Zudem seien mindestens 30 Menschen verletzt worden, teilten Mitarbeiter von Krankenhäusern mit. Die meisten der Opfer seien Armeeanwärter gewesen. In einem Schreiben, das über Twitter verbreitet wurde, bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu den Angriffen. Dies konnte zunächst nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden.

Ziel der Anschläge seien das Haus eines hochrangigen Militärs sowie eine Kaserne von Armeeanwärtern gewesen, hieß es aus Krankenhausquellen. Zwei Attentäter hätten junge Männer attackiert, die der Armee beitreten wollten, teilten Sicherheitsbehörden mit. Einer der beiden habe sich vor einem Rekrutierungszentrum der Armee in die Luft gesprengt. Der zweite habe seine Sprengstoffweste in einer Gruppe von Rekruten gezündet, die vor dem Haus eines Kommandeurs gewartet hätten.

Vergangene Woche kam es bereits zu zwei Anschlägen auf das Militär in der südöstlichen Stadt Mukalla, bei denen mindestens 38 Menschen getötet worden waren. Der IS hatte sich zu den Taten ebenfalls bekannt.

Aden ist derzeit Sitz der jemenitischen Regierung. Die Hauptstadt Sanaa ist von Huthi-Rebellen besetzt. Die mit dem Iran verbündete Miliz kämpft gegen den von Saudi-Arabien unterstützten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Nach UN-Schätzungen starben in dem Konflikt mehr als 6.100 Menschen, die Hälfte davon Zivilisten. 14,4 Millionen Menschen leiden unter Nahrungsmittelunsicherheit, 2,5 Millionen sind Vertriebene im eigenen Land. Der IS sowie der Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida haben in den vergangenen Monaten ihren Einfluss im Machtvakuum des Bürgerkriegslandes ausgedehnt.