Inmitten der Vorbereitung neuer UN-Sanktionen gegen Nordkorea hat das nordkoreanische Militär eine Mittelstreckenrakete getestet. Die ballistische Rakete vom Typ Musadan sei am Samstag erfolglos abgeschossen worden, teilte das US-Militär mit. Ein Pentagonsprecher versicherte, die USA seien darauf vorbereitet, sich und ihre Verbündeten zu verteidigen. "Diese Provokation führt nur dazu, die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft zu verstärken, verbotenen Aktivitäten (Nordkoreas) entgegenzuwirken."

Sowohl die amerikanische als auch die südkoreanische Regierung bezeichneten den Raketenabschuss als Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, die dem kommunistischen Land jeglichen Einsatz ballistischer Waffen untersagen. Die südkoreanische Streitkräfteführung teilte mit, Nordkorea habe vermutlich eine Musudan-Rakete abgefeuert, die kurz nach dem Start explodiert sei. Mit einer Reichweite von 3.500 Kilometern kann dieser Raketentyp US-Stützpunkte im Pazifik und auf Japan erreichen. Nordkorea hatte die Rakete erstmals im Oktober 2010 bei einer Militärparade in Pjöngjang präsentiert.

Das Strategische Kommando der US-Armee registrierte den fehlgeschlagenen Raketenstart nach eigenen Angaben um 12.03 Uhr Ortszeit (05.33 Uhr MESZ). Er ereignete sich demnach in der Stadt Kusong im Nordwesten Nordkoreas. Für Nordamerika habe keine Gefahr bestanden, hieß es weiter.

UN-Sicherheitsrat berät über weitere Sanktionen

Nach fünf gescheiterten Tests war Nordkorea im Juni der erfolgreiche Abschuss einer Musudan-Rakete gelungen. Sie flog 400 Kilometer weit ins Japanische Meer. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un feierte dies als Beweis, dass sein Land US-Stützpunkte im Pazifik treffen könne.

Nachdem Nordkorea im September seinen fünften und bislang stärksten Atomwaffentest vorgenommen hatte, berät der UN-Sicherheitsrat derzeit über weitere Sanktionen gegen Pjöngjang. Nach Einschätzung von Experten aus den USA und Südkorea könnte das international isolierte Land bereits unmittelbar vor seinem nächsten Atomwaffentest stehen. In diesem Jahr gab es außerdem trotz Verbots bereits rund 20 Raketentests in Nordkorea.

In den nordkoreanischen Staatsmedien war am Samstag keine Rede von einem neuen Raketentest. Allerdings verbreitete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA eine Mitteilung des nordkoreanischen Außenministeriums, in dem die USA gewarnt wurden, sie würden einen hohen Preis für ihr feindseliges Verhalten zahlen, das "die Würde der höchsten Führung verletzt" habe.