In einer Schule in Syrien sind 22 Kinder bei einem Luftangriff getötet worden. Nach Angaben des Generaldirektors des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Anthony Lake, war es der wohl stärkste Angriff auf eine Schule seit Beginn des Syrien-Krieges. "Sollte der Angriff vorsätzlich ausgeführt worden sein, wäre er ein Kriegsverbrechen", sagte er.

Die Schule in der von Rebellen kontrollierten Provinz Idlib sei "wiederholt angegriffen worden", beklagte Lake. "Es ist eine Tragödie, es ist eine Schande." Der Vorfall müsse die internationale Gemeinschaft aufrütteln. Es reiche nicht aus, Abscheu angesichts solcher "barbarischer Taten" zu zeigen, sagte er. Die Welt müsse darauf bestehen, dass diese aufhörten.

Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin wollte in New York nicht ausschließen, dass die Luftwaffe seines Landes an den Angriffen beteiligt gewesen sein könnte. "Es wäre jetzt einfach für mich zu sagen: Nein", sagte Tschurkin. "Ich bin aber ein verantwortungsvoller Mensch. Ich muss nun erst mal abwarten, was unser Verteidigungsminister dazu sagt." Tschurkin fügte hinzu: "Das ist schrecklich. Ich hoffe, wir haben nichts damit zu tun."

Die Luftwaffen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und seines Verbündeten Russland waren wiederholt beschuldigt worden, Zivilisten und zivile Einrichtungen in Syrien zu bombardieren.

Die Provinz Idlib wird von dem islamistischen Rebellenbündnis Dschaisch al-Fateh (Armee der Eroberung) kontrolliert. Ihm gehören unter anderem die Dschihadisten der Dschabhat Fatah al-Scham an, die bis zu ihrer selbst erklärten Abspaltung vom Terrornetzwerk Al-Kaida Al-Nusra-Front hieß.