Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat seiner Konkurrentin Hillary Clinton vorgeworfen, mit ihrer Syrien-Politik den Weltfrieden zu gefährden. "Wir enden im Dritten Weltkrieg über Syrien, wenn wir Hillary Clinton folgen", sagte er. Clinton hatte sich für die Einrichtung von Flugverbotszonen und sicheren Bereichen zum Schutz der Zivilbevölkerung in Syrien stark gemacht. Analysten hatten gewarnt, diese Gebiete abzusichern könnte zu einer direkten Konfrontation mit Russland führen.

Diese Befürchtung bewog auch Trump zu seiner Warnung. "Du kämpfst dann nicht mehr nur gegen Syrien, du kämpfst dann gegen Syrien, Russland und den Iran, okay?", sagte er in Richtung Clinton. Russland sei eine Atommacht, in der die Bomben funktionierten, anders als in Ländern, die nur redeten.

Trump sprach sich außerdem dafür aus, dem Kampf gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" Vorrang vor allen anderen Zielen in der US-amerikanischen Außenpolitik einzuräumen. Auch die Entmachtung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad habe nicht mehr die wichtigste Priorität. "Assad ist zweitrangig für mich, hinter dem IS. Wir sollten uns auf den IS konzentrieren, nicht auf Syrien."

"Er beleidigt Amerika fast jeden Tag"

Derweil entziehen immer mehr Politiker aus dem eigenen Lager Trump die Unterstützung. Der Republikaner und frühere US-Außenminister Colin Powell hat angekündigt, die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Clinton wählen zu wollen. Der Kandidat seiner eigenen Partei, Donald Trump, sei nicht für das Präsidentenamt geeignet, sagte Powell: "Er beleidigt Amerika fast jeden Tag."

Der ehemalige Chefdiplomat ist einer von vielen Republikanern, die sich gegen Trump aussprechen. Auch George W. Bush und sein Vater, Ex-Präsident George Bush, unterstützen Trump nicht. Powells republikanische Amtsnachfolgerin Condoleezza Rice hatte sogar den Rückzug Trumps von der Kandidatur gefordert.

Wer führt in den Umfragen?

Dabei hatte Powell unlängst Clinton vorgeworfen, ihn in ihre E-Mail-Affäre hineinzuziehen. Die frühere Außenministerin erklärte, ihr Amtsvorgänger habe ihr zur Einrichtung eines privaten Servers für ihre Zeit im State Department geraten. Powell wies dies zurück.

Powell war von 2001 bis 2005 Außenminister unter Präsident George W. Bush. Zwischen 1989 und 1993 war er Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs. Der Republikaner teilte vor Kurzem mit, dass er "Probleme mit der Partei" habe. Diese stehe deutlich weiter rechts als die restliche Bevölkerung des Landes. Bereits damals kritisierte er Trump öffentlich.