US-Präsident Barack Obama hat sich nach einem kurzen Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wenig zuversichtlich über eine Beilegung des Syrien-Krieges gezeigt. "Ich bin nicht optimistisch mit Blick auf den Prozess in nächster Zeit", sagte Obama bei seiner letzten Pressekonferenz auf einer Auslandsreise in der peruanischen Hauptstadt Lima. Das Gespräch sei ähnlich verlaufen wie viele in den vergangenen Monaten.

Obama kritisierte erneut scharf die russischen Bombardements in Syrien. In Aleppo würden Kinder getötet und Schulen zerstört. Der neu gewählte US-Präsident Donald Trump strebt nach eigenen Worten einen neuen Ansatz in der amerikanischen Syrien-Politik an. Obama hatte stets die russische Unterstützung für Syriens Machthaber Baschar al-Assad kritisiert. Assad sei ein Mann, der sein Land zerstöre, sagte Obama in Lima.

Obama und Putin waren zwei Tage lang beim Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec). Es gab aber kein gemeinsames bilaterales "Abschlussgespräch", sondern nur einen vierminütigen Wortwechsel am Rande einer Arbeitssitzung. Man sei sich "mit Respekt begegnet", sagte Putin anschließend. Obama und er stimmten darin überein, dass die Beziehungen zwischen ihren Ländern schwierig seien.

Putin selbst bekräftige seinen Wunsch nach verbesserten Beziehungen zu den USA. Dies habe Trump kürzlich in einem Telefonat betont, "und ich habe natürlich dasselbe gesagt", sagte Putin in Lima. Gleichwohl gebe es in den meisten Ländern einen großen Unterschied zwischen der "Rhetorik vor der Wahl und tatsächlicher Politik". Daher müsse sich zeigen, wie gut sich die Situation entwickle und wie erfolgreich Trump bei der Lösung der Probleme in den USA sein werde, sagte Putin.

Apec-Mitglieder sprechen sich für Freihandel aus

Der Apec-Gipfel ging am Sonntag mit einem Plädoyer gegen Protektionismus zu Ende. Die 21 Staats- und Regierungschefs der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft versprachen in ihrer Abschlusserklärung, auf einen neuen Freihandelspakt hinarbeiten zu wollen. Dieser soll trotz der schwierigen politischen Situation alle Apec-Mitglieder einbeziehen und zu nachhaltigem Wachstum führen.

Wie es mit dem Handelsabkommen Transpazifische Partnerschaft (TPP) nach der Wahl Trumps weitergeht, ist unklar. Trump hatte sich im Wahlkampf gegen den Pakt ausgesprochen, an dem die USA beteiligt sind, China allerdings nicht. Einige Teilnehmer des Apec-Treffens  erklärten, TPP könne auch ohne die USA auskommen. Andere plädierten für Neuverhandlungen.

Apec-Gipfel - Obama wirbt für Handelsabkommen TPP In Lima ist der Apec-Gipfel zu Ende gegangen. Für Barack Obama war es das letzte Treffen mit den Partnern der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft. In vielen Gesprächen ging es um das geplante Handelsabkommen TPP. © Foto: Kevin Lamarque / Reuters