Der überarbeitete Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und der linken Guerillaorganisation Farc soll am kommenden Donnerstag unterzeichnet werden. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos erklärte, das neue Abkommen solle dann dem Kongress vorgelegt werden. Eine Volksabstimmung werde es aber nicht geben. Einen ersten Friedensvertrag hatten die Kolumbianer Anfang Oktober in einem Referendum überraschend mit knapper Mehrheit abgelehnt.

Regierung und Rebellen verständigten sich daraufhin auf einen neuen Pakt, der aber keine gravierenden Änderungen zum ersten Vertrag beinhaltet. Die Gegner des Vorhabens, allen voran Ex-Präsident Álvaro Uribe, haben dies kritisiert. Mit dem Pakt soll nach mehr als 50 Jahren blutiger Kämpfe mit 260.000 Toten und Millionen Vertriebenen der längste Konflikt in der lateinamerikanischen Geschichte enden. Für seinen Einsatz wurde Santos mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis geehrt.

Einige umstrittene Passagen aus dem ersten Vertrag wurden nicht geändert. So wurden der Farc bis 2026 zehn Mandate im Kongress zugesichert. Zudem darf sie bei Wahlen antreten. Allerdings soll die Vereinbarung nicht in die kolumbianische Verfassung aufgenommen werden. Zudem muss die Farc ihre Mittel offenlegen, die dann zur Entschädigung von Opfern eingesetzt werden sollen.

Uribe hatte unter anderem eine Bestrafung jener Farc-Mitglieder gefordert, die sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht hätten. Außerdem sollten sie von Wahlämtern ausgeschlossen werden. Santos hatte dem entgegnet, Friedensabkommen weltweit würden vorsehen, dass Rebellen ihre Waffen niederlegten und sich politisch engagierten. Die Vereinbarung mit der Farc dürfe da keine Ausnahme bilden.