USA - Trump in Klausur Das Wochenende verbrachte der designierte US-Präsident in einem seiner Golfclubs außerhalb von New York. Dort traf er Kandidaten für die Spitzenposten seiner Regierung wie Mitt Romney und Rudolph Giuliani. © Foto: Mike Segar / Reuters

Der künftige US-Präsident Donald Trump lässt sich bei der Besetzung seines Kabinetts Zeit. Es gebe "einige wirklich wunderbare Leute, die für das Land arbeiten würden", sagte Trump nach Gesprächen mit möglichen Kandidaten. "Wir hatten einige tolle Treffen. Ihr werdet bald davon hören."

Trump empfing am Wochenende im Clubhaus seines Golfplatzes in Bedminster im Staat New Jersey unter anderem seinen Kritiker Mitt Romney, den gescheiterten Präsidentschaftskandidaten des Jahres 2012. Zudem sprach er mit Kris Kobach, Staatssekretär in Kansas, den pensionierten Generälen James Mattis und John Kelly sowie dem Milliardär und Investor Wilbur Ross. Letzteren hat Trump offenbar als potenziellen Kandidaten für das Amt des Handelsministers im Blick. Auf die Frage, ob er den Posten wolle, wollte sich Ross nicht konkret äußern.

Trump und Romney äußerten sich nach ihrem Gespräch positiv übereinander. Im Vorwahlkampf der Republikaner waren die beiden noch hart aneinandergeraten. Romney nannte Trump damals einen Hochstapler, dieser revanchierte sich mit der Bezeichnung "Verlierer". Nun gilt Romney als möglicher Kandidat für das Amt des Außenministers.

Allerdings sagte Trump vor Reportern, dass auch der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani als möglicher Chefdiplomat im Rennen sei. Giuliani gilt als einer der loyalsten Verbündeten Trumps.

Der frühere General Mattis könnte Verteidigungsminister werden. Ihn bezeichnete Trump nach dem Gespräch in einem Tweet als "sehr beeindruckend". Dass die Namen Romney und Mattis kursieren, werteten Beobachter als Zeichen, dass Trump auch außerhalb seines engsten Zirkels nach Kandidaten für seine Außen- und Sicherheitspolitik sucht.

Trump hatte am Freitag seine Kandidaten für drei Schlüsselposten benannt. Justizminister soll Senator Jeff Sessions werden, der Abgeordnete Mike Pompeo CIA-Direktor und Ex-General Michael Flynn Nationaler Sicherheitsberater. Alle drei gelten als Vertreter eines strammen Rechtskurses. So hatte Pompeo 2014 die Abschaffung des Waterboardings als Verhörmethode kritisiert und erklärt, Mitarbeiter, die auf diese Weise das Ertränken von Gefangenen vortäuschten, seien keine Folterknechte, sondern Patrioten. Trump hatte im Wahlkampf noch härtere Verhörmethoden gefordert.

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