US-Präsident Donald Trump und sein Pressesprecher haben die Medien bereits am ersten regulären Amtstag scharf kritisiert. Trump bezichtigte die Medien der Falschberichterstattung über die Zuschauerzahl bei der Amtseinführung. Sein Sprecher Sean Spicer wiederholte den Vorwurf und kündigte auf der ersten offiziellen Pressekonferenz an, man werde die "Medien zur Rechenschaft ziehen". Die Attacken deuten daraufhin, dass Trump auch als Präsident seinen aggressiven Umgang mit der Presse nicht ändern wird.

Trump übte die Kritik während eines Besuchs im CIA-Hauptquartier. In einem Medienbericht sei die Zahl der Anwesenden bei der Amtseinführung mit 250.000 angegeben worden. "Das ist eine Lüge", sagte Trump. Von den Stufen des Kapitols bis zum Washington Monument hätten Menschen gestanden. Er schätze die Zahl der Besucher auf bis zu 1,5 Millionen Menschen. Die Medien hätten aber einen Bereich gezeigt, wo niemand gestanden habe und dann behauptet, er habe keine Menschen angezogen.

Trump sagte in seiner Rede, dass er sich "in einem laufenden Krieg" mit den Medien befände. Journalisten gehörten "zu den unehrlichsten Menschen der Welt". Sie hätten einen Streit zwischen ihm und den Geheimdiensten erfunden. Vor seiner Amtseinführung hatte Trump die Geheimdienste beschuldigt, falsche Informationen über ihn an die Medien durchgestochen zu haben und ihnen Nazimethoden vorgeworfen. Nun versicherte er, die Agenten hätten seine volle Unterstützung.

Auch Spicer bezeichnete die Berichterstattung über die Amtseinführung als absichtlich falsch und beschämend. "Das war die größte Zuschauerzahl, die jemals einer Amtseinführung beigewohnt hat", sagte er mit erhobener Stimme. "Punkt." Damit meine er sowohl jene, die persönlich dabei waren, als auch jene rund um den Globus. Trump habe mit seiner Antrittsrede das Land versöhnen wollen.

Die Behörden in Washington geben keine offiziellen Zahlen zu Teilnehmern an der Amtseinführung heraus. Auf Fernsehbildern war jedoch zu sehen, dass die Fläche zwischen dem Kapitol, dem Sitz des US-Kongresses und dem Washington Monument nicht vollständig mit Menschen gefüllt war. Vergleichsbilder zeigten zudem, dass deutlich weniger Menschen anwesend waren als bei der Amtseinführung von Trumps Vorgänger Barack Obama.

Wie viele Menschen die Zeremonie weltweit an den Bildschirmen verfolgten, lässt sich nicht ermitteln. In den USA sahen aber nach Schätzungen des Medienunternehmens Nielsen 31 Millionen Bürger die TV-Übertragung des Events.  Das wären weniger als bei den ersten Vereidigungen von Barack Obama und Ronald Reagan.

Offizielle Zahlen der US-Hauptstadt gab es auch nicht zum Protestmarsch gegen Trump, der vor allem im Zeichen der Frauenrechte stand. Die Organisatoren gingen von einer Million Menschen in Washington aus. Der Polizei in Los Angeles zufolge gingen dort mehr als 500.000 Menschen auf die Straße, auch in New York schätzten die Veranstalter die Teilnehmer auf eine halbe Million. Friedliche Massenproteste gab es unter anderem auch in Chicago, San Francisco und Dallas.