Die Union will sich gegen das von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) geplante Recht auf befristete Teilzeit stellen. Nach Informationen des Spiegel räumt die Führung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion der Gesetzesreform nur noch geringe Chancen ein. Der Entwurf des Arbeitsministeriums sieht vor, dass Arbeitnehmer künftig ein Anrecht darauf haben, ihre Arbeitszeit befristet zu verkürzen und nach einer Teilzeitphase in die Vollzeitstelle zurückzukehren. Bislang gibt es nur einen Anspruch auf zeitlich unbegrenzte Teilzeitarbeit.

Der Anspruch ist für Arbeitnehmer dem Entwurf zufolge an verschiedene Bedingungen gebunden. Unter anderem muss der Arbeitgeber mindestens 15 Beschäftigte haben. Gegen die neue Regelung sperren sich die Unionsabgeordneten, da sie viele Handwerksbetriebe treffen könne. Das Rückkehrrecht ist jedoch Teil des Koalitionsvertrags.

Am 29. März findet das nächste Treffen des Koalitionsausschusses statt. Dort soll der Gesetzesentwurf besprochen werden. Der Termin gilt als letzte Einigungschance für Gesetze, die noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden sollen, schreibt der Spiegel.

Anlässlich des "Equal Pay Days" am Samstag warb Nahles im Berliner Tagesspiegel für die Reform. "Einer der zentralen Gründe für schlechtere Löhne von Frauen ist immer noch, dass es zu viele Frauen gibt, die in der Teilzeitfalle festhängen", sagte die Ministerin. "Daher will ich das Recht für die Rückkehr von Teilzeit- in Vollzeitarbeit einführen." Der "Equal Pay Day" markiert den Tag, bis zu dem Frauen theoretisch arbeiten müssten, um das Gehalt zu erhalten, dass Männer bereits zu Jahresende verdient haben.