Joachim Gauck ist am Freitagabend mit dem Großen Zapfenstreich der Bundeswehr aus dem Amt des Bundespräsidenten verabschiedet worden. Zu der Feier im Park des Schlosses Bellevue kamen 600 Gäste, darunter Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) konnte der Zeremonie wegen ihres US-Besuches nicht beiwohnen.

Gabriel hatte die Verdienste von Gauck vorab gewürdigt. "Er hat es wie nur wenige andere geschafft, das Amt des Bundespräsidenten zu leben und dieses Land zu verkörpern – nach innen wie nach außen", sagte der Vizekanzler der Passauer Neuen Presse (Samstag). Es mache ihn stolz, dass 2012 SPD und Grüne Gauck vorgeschlagen und gegen den anfänglichen Widerstand von CDU/CSU durchgesetzt hätten.

Wie es Tradition ist, durfte Gauck sich drei Musikstücke auswählen. Auf seinen Wunsch spielte der Musikkorps ein Volkslied, ein Kirchenlied und den DDR-Hit Über sieben Brücken musst du gehen der Band Karat.

Die Mitarbeiter im Präsidialamt hatten Gauck bereits am Donnerstagabend verabschiedet. Als Geschenk erhielt er ein Apfelbäumchen der neuen Sorte Joachim Gauck. Der Apfel wird als knallrot, fest und süß beschrieben. Der Baum soll im Garten von Gaucks Ferienhaus an der Ostsee wachsen.

Joachim Gauck war fünf Jahre im Amt des Bundespräsidenten. Sein Nachfolger, der ehemalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), übernimmt am Sonntag die Geschäfte. Am kommenden Mittwoch wird er dann als 12. Präsident der Bundesrepublik Deutschland vereidigt. Der Große Zapfenstreich ist hierzulande das höchste militärische Zeremoniell, seine Tradition geht bis ins 16. Jahrhundert zurück.