Der Amoklauf von München war durch jahrelanges Mobbing motiviert. Zu diesem Schluss kommen die Ermittler in ihrem Abschlussbericht, der am Freitag vorgestellt wurde. David S. sei "über Jahre hinweg" von seinen Mitschülern gemobbt worden, heißt es darin.

In den Ermittlungsergebnissen wird allerdings auch festgehalten, dass S. einen Hass auf Menschen mit südeuropäischem Migrationshintergrund entwickelt hatte. Viele Opfer seien Jugendliche aus diesem Kreis gewesen, weil sie den Menschen ähnelten, von denen er sich gemobbt fühlte.

Es gebe jedoch keine Hinweise darauf, dass David S. die Personen gezielt ausgewählt hätte. Zwar habe er bewusst eine Bevölkerungsgruppe treffen wollen, die seinem Feindbild entsprach. Die Oberstaatsanwaltschaft geht aber nicht davon aus, dass David S. die Tat aus politischen Gründen verübte. David S. habe psychische Probleme gehabt und aus diesen heraus seine Opfer ausgesucht.

Der 18-jährige Deutsch-Iraner hatte im vergangenen Juli im Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschossen und mehr als 20 Menschen verletzt. Anschließend brachte er sich selbst um. Dritte waren an der Tat laut Ermittlern nicht beteiligt. David S. habe alleine gehandelt und niemanden in seine Pläne eingeweiht.