Nordkorea hat einen neuen Raketentest unternommen. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf den Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte in Seoul berichtete, scheiterte der Raketentest allerdings. UN-Resolutionen untersagen Nordkorea den Abschuss ballistischer Raketen. Der Test erfolgte nur einen Tag nach den Feiern zum 105. Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung, zu dem eine große Militärparade durch die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang gezogen war.

Das US-Verteidigungsministerium bestätigte das Scheitern des Raketentests. Nordkorea habe anscheinend versucht, eine ballistische Rakete abzufeuern, diese sei jedoch "fast sofort explodiert", erklärte Dave Benham, ein Sprecher des US-Pazifik-Kommandos. Die Rakete sei in der Nähe von Sinpo abgeschossen worden. Nach Beobachtungen des US-Pazifik-Kommandos sei der Raketenabschuss am Sonntag um 11.21 Uhr Hawaiianischer Zeit (23.23 Uhr MESZ) erfolgt.

Der Raketentest überschattet den Besuch von US-Vizepräsident Mike Pence, der am Sonntag in Seoul erwartet wurde. Pence wollte vor dem Hintergrund der verschärften Spannungen um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm die Solidarität der USA mit dem südkoreanischen Verbündeten bekunden.

Der US-Vizepräsident hatte geplant, mit US-Soldaten, die in der Pufferzone an der streng bewachten Grenze zwischen Nord- und Südkorea stationiert sind, Ostern zu feiern und auch Gespräche mit der südkoreanischen Regierung zu führen.

Bis wohin die Raketen gelangen könnten

Radien um Nordkorea in Kilometern

Beobachter hatten anlässlich der alljährlichen Feierlichkeiten zum Tag der Sonne genannten Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung mit einem Atom- oder Raketentest gerechnet. US-Präsident Donald Trump hatte einen Flottenverband mit dem US-Flugzeugträger USS Carl Vinson entsandt, der nahe der koreanischen Halbinsel in Position gehen wollte.

China hatte jedoch vor dem Hintergrund der stark angespannten Lage eindringlich vor neuen Provokationen und Drohungen gewarnt. Alle Seiten sollten Zurückhaltung zeigen und nichts unternehmen, was die Situation noch verschärfen könnte, hatte Außenminister Wang Yi gesagt.