Wegen der Gefahr durch Nordkorea arbeiten die USA und China nach Angaben von Trumps Nationalem Sicherheitsberater eng zusammen. "Es gibt international Übereinstimmung, auch mit den Chinesen und der chinesischen Führung, dass diese Situation nicht weiter andauern darf", sagte Herbert Raymond McMaster dem Sender ABC.

McMaster, der sich während des Interviews in Afghanistan aufhielt, betonte mehrfach, dass China – der wichtigste Verbündete Nordkoreas – nun ernsthaft über das Verhalten der Führung in Pjöngjang besorgt sei. Das "bedrohliche Verhalten" Nordkoreas müsse aufhören.

US-Präsident Donald Trump, der China schon im Wahlkampf heftig kritisiert hatte, und der chinesische Staatschef Xi Jinping hätten bei ihrem Treffen Anfang April in den USA eine "warmherzige Beziehung" aufgebaut, sagte McMaster. Beim Thema Nordkorea arbeiteten sie zusammen, auf Twitter hatte Trump Ähnliches geschrieben.

Die USA seien sich mit Südkorea und Japan, aber auch mit China, einig, dass "das Problem nun an einem kritischen Punkt angelangt" sei. "Es ist nun also an der Zeit, dass wir alle erdenklichen Maßnahmen ergreifen – vor einer militärischen Option –, um das Problem friedlich zu lösen", sagte McMaster.

Die Möglichkeit eines Präventivschlags der USA gegen Nordkorea wird derzeit immer wieder diskutiert. Trump hatte betont, dass alle Optionen auf dem Tisch lägen und die USA notfalls auch im Alleingang gegen Nordkorea vorgehen würden. Ein Regierungsvertreter, der nicht namentlich zitiert werden wollte, hatte dazu in Washington ausgeführt, die USA hätten bereits mehrere militärische Möglichkeiten geprüft.

Konflikt mit USA - Nordkorea scheitert mit Raketentest Eine von Nordkorea getestete Rakete soll kurz nach dem Start abgestürzt sein. Am höchsten Feiertag Nordkoreas hatte das Regime gestern neue Langstreckenraketen präsentiert. Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea hat sich zuletzt verschärft. © Foto: Damir Sagolj, Reuters

Nordkorea hatte trotz verschärfter Spannungen mit Südkorea und den USA erneut eine Rakete getestet. Der Versuch schlug allerdings fehl. US-Angaben zufolge explodierte das Geschoss, möglicherweise eine Mittelstreckenrakete vom Modell KN-15, bereits kurz nach dem Start an der Ostküste. 

Der Test ereignete sich einen Tag nach den Feierlichkeiten in Nordkorea zum 105. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung, dem Großvater von Machthaber Kim Jong Un, und nur wenige Stunden vor der Ankunft von US-Vizepräsident Mike Pence in Südkorea. Pence will vor dem Hintergrund verstärkter Sorgen um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm die Solidarität der USA mit dem südkoreanischen Verbündeten bekunden.

Bis wohin die Raketen gelangen könnten

Radien um Nordkorea in Kilometern

Mit solchen Tests verstößt das diktatorische Regime Nordkoreas gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Die Bundesregierung hatte so auch den nordkoreanischen Raketentest als Verstoß gegen das Völkerrecht verurteilt. Das Auswärtige Amt wies darauf hin, dass Nordkorea in diesem Jahr bereits mehr Raketentests unternommen habe als im Vergleichszeitraum 2016. Damit zeige sich Nordkorea "gewillt, trotz der klaren Warnungen der internationalen Gemeinschaft die Spannungen nochmals zu verschärfen".

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war von Nordkorea als kommunistischem Land geschrieben worden. Dies haben wir korrigiert. Wir danken einem unserer aufmerksamen Leser für den Hinweis.