Die USA bereiten angeblich einen vorbeugenden Luftangriff gegen Nordkorea vor, sollten sie von einem bevorstehenden weiteren Atomtest des kommunistischen Regimes überzeugt sein. Das berichtete der US-Fernsehsender NBC unter Berufung auf mehrere Mitarbeiter von US-Geheimdiensten.

Zwei US-Zerstörer, bewaffnet mit Marschflugkörpern des Typs Tomahawk, halten sich demzufolge in der Nähe der Koreanischen Halbinsel auf. Einer davon sei etwa 480 Kilometer von dem mutmaßlichen Atomtestgelände entfernt.

Ein Vertreter der US-Regierung wies die Meldung über einen angeblich bevorstehenden Präventivschlag allerdings zurück. Der Bericht des TV-Senders NBC sei schlicht falsch, hieß es. Ein anderer Regierungsvertreter sagte, der Beitrag sei "bestenfalls spekulativ". Das Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme ab. Man diskutiere mögliche Szenarien grundsätzlich nicht in der Öffentlichkeit.

Zuletzt hatte es Hinweise gegeben, dass Nordkorea nach mehreren Raketentests einen neuen Atomwaffentest unternehmen könnte – möglicherweise sogar bereits zum 105. Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung an diesem Samstag. Das US-Korea-Institut der Johns-Hopkins-Universität berichtete, Satellitenbilder des Testgeländes im Nordosten zeigten anhaltende sowie neue Aktivitäten.

China hatte US-Präsident Donald Trump eindringlich vor einem Militärschlag gegen das abgeschottete kommunistische Land gewarnt. Trump verwies seinerseits darauf, dass der Flugzeugträger USS Carl Vinson in die Krisenregion unterwegs sei. "Wir schicken eine Armada, sehr schlagkräftig", sagte er dem TV-Sender Fox. Zu der Flugzeugträgergruppe gehören mehrere Kreuzer und Zerstörer.

In einer Twitter-Kurznachricht schrieb der US-Präsident: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass China angemessen mit Nordkorea umgehen wird. Wenn sie dazu nicht in der Lage sind, werden die Vereinigten Staaten es mit ihren Verbündeten sein."

Russland rief die Konfliktparteien zur Mäßigung auf. "Moskau beobachtet die Eskalation der Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel mit großer Sorge", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Russland rufe daher alle Länder zur Zurückhaltung auf und warne vor "provokativen Schritten".

Bis wohin die Raketen gelangen könnten

Radien um Nordkorea in Kilometern

Seit Jahren schürt Nordkorea mit seinem Raketen- und Atomprogramm Spannungen in der Region. Die kommunistische Regierung hatte erst diese Woche zum wiederholten Mal eine ballistische Testrakete in Richtung offenes Meer feuern lassen. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Aktion. Seit 2006 hat das Land insgesamt fünf Atomwaffentests durchgeführt.