Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat sich für einen Friedenseinsatz der Vereinten Nationen (UN) in Syrien nach Ende des Bürgerkrieges ausgesprochen. "An einer solchen Blauhelmmission wird sich wohl auch Europa beteiligen müssen, und auch Deutschland wird gefragt sein", sagte die CDU-Politikerin der Welt am Sonntag. Die syrische Bevölkerung sollte nach ihren Worten unter dem Dach der UN geschützt werden. "Nur so sind alle Staaten, die ihre höchst unterschiedlichen Interessen in Syrien und der Region verfolgen, wirklich eingebunden", so die Ministerin.

Von der Leyen zeigte sich zudem überzeugt, dass Syriens Präsident Baschar al-Assad verantwortlich für den Giftgaseinsatz in der Ortschaft Chan Scheichun sei. "Das ist sehr plausibel. Wenn Russland das bezweifelt, sollte es den Weg freimachen für eine unabhängige Untersuchung durch die Vereinten Nationen."

Als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgasangriff beschossen die USA vergangene Woche einen syrischen Luftwaffenstützpunkt. Syrien und sein Verbündeter Russland bestreiten jede syrische Verantwortung für den Giftgaseinsatz. Syriens Staatschef Assad hatte gesagt, der mutmaßliche Chemiewaffenangriff sei zu "100 Prozent konstruiert". Mehr als 70 Menschen starben bei dem Angriff.

Russland und die syrische Regierung begründen den Giftgasvorfall damit, dass ein konventioneller Luftangriff ein Chemiewaffenlager der Rebellen getroffen habe. Eine Expertengruppe der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) untersucht den Vorfall. Ergebnisse sollen in drei Wochen vorliegen.