US-Präsident Donald Trump hat überraschend FBI-Chef James Comey entlassen. Das teilte das Weiße Haus mit. Dieser Schritt sei nötig gewesen, um nach einigen turbulenten Monaten das "öffentliche Vertrauen und die Zuversicht" in die wichtigste Sicherheitsbehörde des Landes wiederherzustellen, erklärte Trump in einer Mitteilung. "Das FBI ist eine der am meisten geschätzten und respektierten Einrichtungen unserer Nation und heute markiert einen Neubeginn für das Kronjuwel unserer Strafverfolgung." Die Suche nach einem Nachfolger Comeys beginnt laut Weißem Haus sofort.

Comeys Behörde führt die Ermittlungen wegen möglicher Russlandkontakte des Trump-Teams. Er galt schon deswegen als so gut wie unantastbar. Die Russlandermittlungen gegen das Trump-Team sind seit Monaten ein schwerer Schatten über der Präsidentschaft des Republikaners.

Comey hatte rund um die US-Wahl 2016 eine herausragende Rolle gespielt. Erst vor wenigen Tagen hatte er seine umstrittene Entscheidung verteidigt, kurz vor der Wahl im November 2016 neue Entwicklungen in der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton öffentlich gemacht zu haben. Er sagte: "Es war eine harte Entscheidung, aber ich glaube im Rückblick, dass es die richtige Entscheidung war."

Comey hatte am 27. Oktober in einem Brief an Senatoren überraschend erklärt, er wolle die Ermittlungen in Clintons E-Mail-Affäre wieder aufnehmen, weil weitere Nachrichten aufgetaucht seien. Mehrere Tage später teilte Comey zwar mit, auch mit den neu entdeckten E-Mails gebe es keinen Anlass dafür, ein Strafverfahren gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin einzuleiten. Die Entwicklungen schadeten Clinton im Wahlkampf gegen den späteren Sieger Donald Trump sehr.

Comey hatte sich vor dem Geheimdienstausschuss des Kongresses auch zu den Abhörvorwürfen geäußert, die Trump gegen seinen Vorgänger Barack Obama erhoben hatte. Es habe keine Abhöraktion gegen den damaligen Präsidentschaftskandidaten Trump gegeben, sagte Comey. Er habe auch keinerlei Informationen, die Trumps Anschuldigungen unterstützen. Auch das US-Justizministerium habe keine solchen Erkenntnisse, fügte er hinzu.

Trump hatte behauptet, Obama habe ihn im Wahlkampf abhören lassen. In einer Serie wütender Tweets schrieb er Anfang März unter anderem: "Wie tief ist Präsident Obama gesunken, meine Telefone während des heiligen Wahlprozesses anzuzapfen. Böser (oder kranker) Typ!" Trump rückte seine Unterstellungen in die Nähe der Watergate-Affäre, bei der abgehörte Telefone ebenfalls eine Rolle gespielt hatten.

Der 56 Jahre alte Comey war 2013 vom damaligen Präsident Obama für zehn Jahre als Chef der Sicherheitsbehörde nominiert worden. Er wurde häufig wegen seiner Unabhängigkeit und Integrität gelobt. Comey ist Republikaner und bereits seit drei Jahrzehnten in der US-Strafverfolgung tätig.