Die Demokraten sind erneut mit dem Versuch gescheitert, die geringe Popularität von US-Präsident Donald Trump bei den Wählern auszunutzen. Bei zwei Nachwahlen für Sitze im Repräsentantenhaus in traditionell republikanisch wählenden Stimmbezirken der US-Bundesstaaten Georgia und South Carolina setzten sich die Bewerber von Trumps Regierungspartei durch. Dies ergaben Hochrechnungen mehrerer US-Sender. Die Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus bleibt damit unverändert bestehen.

"Anti-Trump" Ossoff verliert

Beide Parteien hatten vor allem der Nachwahl in Georgia enorme Bedeutung beigemessen, was vor allem an dem Kandidaten der Demokraten, dem erst 30-jährigen Jon Ossoff lag. Er galt als "Anti-Trump" und als großer Hoffnungsträger der demokratischen Partei. Er hatte es geschafft, die republikanische Kandidatin Karen Handel in die Stichwahl zu zwingen – erstmals seit 40 Jahren hätte der Sitz im Kongress an die Demokraten fallen können. Die Wahl galt als Stimmungsbarometer mehr als fünf Monate nach Trumps Amtseinführung, Republikaner und Demokraten gaben im Wahlkampf mehr als 55 Millionen Dollar aus – mehr als je zuvor in einem einzelnen Wahlkreis aufgewendet wurde.

Die Demokraten haben allerdings das Nachsehen: Nach Angaben von CNN konnte sich Trumps Parteifreundin Handel nach Auszählung von meisten Stimmen mit 53 Prozent gegen den Demokraten Ossoff durchsetzen. Der Polit-Neuling erhielt demnach nur 47 Prozent der Stimmen und stand seine Niederlage ein. Mit Blick auf die Zwischenwahlen im kommenden Jahr, bei denen die Demokraten Sitze im Kongress hinzugewinnen wollen, sagte er: "Der Kampf geht weiter." Die Republikanerin Handel dankte in einem Statement "in besonderer Weise" dem Präsidenten, während ihre Anhänger "Trump! Trump!" riefen.

Trump lobt Fox News

Auch im Staat South Carolina konnte sich der republikanische Kandidat – wie erwartet – durchsetzen. Ralph Norman entschied das Rennen um den Sitz im Repräsentantenhaus für sich und folgt damit auf Mick Mulvaney nach. Dieser gab sein Amt auf, nachdem er für Trump Haushaltsdirektor im Weißen Haus wurde.

Trump lobte die Ausgänge der Wahl in beiden Staaten. "Wir sind alle von unserem Erfolg dieses Abends geehrt", schrieb er auf Twitter und lobte seine Parteifreundin Handel für den "fantastischen Job", den sie gemacht habe. Lobende Worte richtete Trump auch an den US-Fernsehsender Fox News, dem er für die Schlagzeile "Großer Gewinn für Präsident Trump und GOP bei der Sonderwahl des Kongresses in Georgia" dankte.