Es ist leicht, mit dem Finger auf Donald Trump zu zeigen. Der 45. US-Präsident macht es seinen Kritikern nicht besonders schwer. Vom Klimaschutz hält er nicht viel; er will die Kohle in die USA zurückholen; er behindert die Arbeit der Umweltbehörde EPA; und er hat entschieden, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen.

Auf dem G20-Gipfel in Hamburg wird Trump – zumindest sieht im Moment alles danach aus – darauf beharren, dass sein Land sich in der Klimaschutz-Diskussion zu gar nichts verpflichtet. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte am Freitag aus dem Entwurf des Abschlussdokuments: Die USA, steht da, "bekräftigen ihr starkes Engagement für einen globalen Ansatz, der Emissionen senkt und gleichzeitig wirtschaftliches Wachstum unterstützt und die Energiesicherheit verbessert". Die erste Hälfte des Satzes ist eine diplomatische Wortwolke, die Untätigkeit verbrämen soll. Der Rest sagt: "Klimaschutz ist relativ. Mal sehen, was wir da tun können."

Trump will ein Comeback der Fossilen

In einer späteren Version des Papiers war angeblich sogar davon die Rede, die (ansonsten untätigen) USA könnten den anderen Ländern helfen, ihre nationalen Klimaziele zu erreichen, und zwar durch den "saubereren und effizienteren" Gebrauch von fossilen Brennstoffen und den "Einsatz Erneuerbarer und anderer sauberer Energie". Es wäre die Wiederbelebung der fossilen Energie in der internationalen Klimadiplomatie. Ob sie kommt? Am Freitagabend wurde um die Passage noch heftig gestritten, eine Einigung war weit entfernt.

So oder so ist jetzt schon absehbar: Nennenswerte Fortschritte im Klimaschutz wird es auf diesem G20-Gipfel nicht geben. Selbst wenn die anderen 19 Staaten sich am Ende ausdrücklich zum Pariser Abkommen und einer ehrgeizigen eigenen Klimapolitik bekennen sollten. Überflüssig zu sagen, dass die Blockadehaltung der US-Regierung den Kampf gegen den Klimawandel weltweit zurückwirft – und das ausgerechnet in einem Moment, in dem führende Wissenschaftler und Politiker dringlicher denn je zu einer globalen Energiewende aufrufen.    

Doch allein Trump dafür verantwortlich zu machen, wäre zu wohlfeil, und es würde den Blick auf andere Klimasünder verstellen. Weder die USA, noch andere Länder der G20 sind bisher auf gutem Weg, das Pariser Abkommen wirklich einzuhalten. Ja, auch Deutschland ist es nicht.