Die AfD hat ihre Vorschläge für das Asylrecht konkretisiert. In einem von der Partei vorlegten Papier heißt es, "dass jeder, der nach dem 1.9.2017 illegal als Asylbewerber in die EU einreist, für sein Asylverfahren in das erste in Nordafrika eröffnete Asylzentrum verbracht wird". Dies solle vor allem für die über das Mittelmeer kommenden Asylbewerber gelten.

Um die komplette Schließung der viel umstrittenen Mittelmeerroute zu gewährleisten, sei eine Kooperation der deutschen Marine mit den Einsatzkräften aus Italien und Libyen anzustreben. Mit diesen Maßnahmen und einem "klaren Schwenk in der Kommunikation" möchte die AfD "die irreguläre Migration über das Mittelmeer stoppen". Außerdem forderte die AfD die EU auf, noch im August einen Sonderbeauftragten einzusetzen, der bis Jahresende die Einrichtung von "Asylzentren in hinreichend stabilen nordafrikanischen Staaten aushandelt".

Flüchtlinge aus Konfliktregionen sollen langfristig in "heimatnahen Schutzzentren" untergebracht werden. Dort solle es Möglichkeiten des Schulbesuchs und der Ausbildung geben. Besonders schutzbedürftige Menschen können anschließend über ein Umsiedlungsprogramm nach Europa gebracht werden.

Das Asylrecht in seiner heutigen Form will die AfD abschaffen. Andernfalls sei mit sozialen Spannungen in Deutschland zu rechnen, sagte Spitzenkandidatin Alice Weidel. Auch steige durch die Einreise von vielen Menschen ohne Papiere die Terrorgefahr. Der zweite Spitzenkandidat Alexander Gauland sagte, die Entwicklungshilfe sollte sich in Zukunft auf "Leuchtturmprojekte" in ausgewählten Staaten beschränken. Für Entwicklungspolitik sollte das Auswärtige Amt zuständig sein.

Die AfD hatte mit ihrer Kritik an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung 2016 bei mehreren Landtagswahlen zweistellige Ergebnisse erzielt. Bei den Abstimmungen in diesem Jahr lief es für die Partei etwas schlechter. Das Papier gilt deshalb auch als Versuch, das Flüchtlingsthema wieder in den Vordergrund zu rücken.