Das irakische Militär hat nach eigenen Angaben einen Großteil der Stadt Tal Afar zurückerobert. Es ist eine der letzten Städte, die von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Irak kontrolliert wurden. Inzwischen sollen rund 70 Prozent der nordirakischen Stadt unter Kontrolle des Militärs sein. "Die Befreiung der verbliebenen Stadtteile wird bald verkündet werden", sagte Iraks Außenminister Ibrahim al-Dschafari. 

Unter anderem sei das Viertel rund um die Ruine der alten Zitadelle zurückerobert worden, teilte ein Armeesprecher mit. Extremisten hatten das Bauwerk aus osmanischer Zeit schon Ende 2014 weitgehend zerstört. Es gebe aber vor allem im Norden der Stadt noch Widerstand. In der Stadt verschanzten sich zuletzt noch rund tausend Kämpfer der Dschihadistenmiliz.

Tal Afar liegt rund 70 Kilometer westlich der Großstadt Mossul an der strategisch wichtigen Verbindungsstraße in Richtung Syrien. Im Juni wurde die Stadt vom Rest des IS-Herrschaftsgebiets abgetrennt. Nachdem das irakische Militär im Juli Mossul für befreit erklärt hatte, steht nun Tal Afar im Fokus der irakischen Offensive gegen die Islamisten.

In der Stadt lebten vor dem Krieg rund 200.000 Einwohner. Viele von ihnen flohen noch in den Wochen unmittelbar vor den aktuellen Kämpfen. Die in der Stadt verbliebene Bevölkerung wird nach Berichten von Hilfsorganisationen und Überlebenden von IS-Kämpfern mit dem Tod bedroht. Nach Einschätzung von US-Militärkommandeuren halten sich in Tal Afar noch zwischen 10.000 und 20.000 Zivilisten auf.

Im Rahmen einer internationalen Koalition unterstützen auch Frankreich die USA die Offensive gegen den IS. "Ich habe keine Zweifel, dass die irakischen Kräfte einen Sieg erringen werden", sagte Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly bei einem Besuch im Irak. "Wir arbeiten alle daran, dass der Irak eine Phase des Friedens und des Wiederaufbaus beginnen kann."