US-Präsident Donald Trump hat angesichts von zahlreichen Opioid-Abhängigen in seinem Land offiziell einen "nationalen Notstand" ausgerufen. Die Drogenkrise setze der Nation zu und sei ein ernsthaftes Problem, das die USA in diesem Ausmaß noch nicht gesehen hätten, sagte Trump am Donnerstag in einem seiner Golfclubs im US-Staat New Jersey. Chemische Opioide befinden sich in vielen Schmerzmitteln, die in den USA verschrieben werden.

Eine von Trump extra einberufene Expertenkommission hatte vor wenigen Tagen bereits gefordert, dass in der Sache der nationale Notstand erklärt werde. "Wir werden eine Menge Zeit und Geld aufwenden, um die Opioid-Krise in den Griff zu kriegen", sagte der US-Präsident in einer überraschenden Ansprache zum Thema.

Der "nationale Notstand" sorgt dafür, dass Mittel zum Kampf gegen die Medikamente zur Verfügung gestellt werden und Polizeibeamte mit entsprechenden Gegenmitteln zur Schnellbehandlung ausgestattet werden. Auch können süchtige Amerikaner, deren Krankheitskosten von der öffentlichen Krankenversicherung Medicare getragen werden, ein größeres Netz an Medizinern aufsuchen. 

Alle drei Wochen ein 11. September

Mehr als 95 Millionen Amerikaner haben allein im vergangenen Jahr verschreibungspflichtige Schmerzmittel genommen. Geschätzte 2,7 Millionen sind davon abhängig. Allein 2016 starben mehr als 59.000 Amerikaner an einer Überdosis. Alle drei Wochen, rechnete die neue Expertenkommission jüngst vor, würde Amerika einen 11. September erleben, gemessen an den Todesfällen.

Pharmakonzerne wie Purdue, Tevaund Johnson & Johnson hatten die Medikamente in den neunziger Jahren als neue Allzweckwaffe gegen chronische Schmerzen beworben und Ärzte im ganzen Land dazu gebracht, sie häufiger zu verschreiben. Eine Kampagne, die sich auszahlte: Seit 1999 hat sich die Zahl der Verschreibungen solcher Schmerzmittel vervierfacht. Laut des US-Anwaltsverbandes sind verschreibungspflichtige Medikamente das zweithäufigste Suchtmittel hinter Alkohol.