Israelischer Sicherheitsexperte Schlomo Brom: "Wir müssen mit Arafat leben"Heftige Kritik an dem israelischen Beschluss, PLO-Chef Jassir Arafat auszuweisen, übt der ehemalige Brigadegeneral und jetzige israelische Sicherheitsexperte Schlomo Brom. In der aktuellen Ausgabe der Zeit sagt er: "Wir müssen mit Arafat leben, ob es uns passt oder nicht. Ihn auszuweisen würde die Situation nur verschlimmern." Der Palästinenserführer könnte den Friedensprozess auch von woanders aus sabotieren, sagt Brom, der am Jaffee-Center for Strategic Studies an der Universität von Tel Aviv arbeitet. "Der einzige Weg, mit ihm umzugehen, ist, ihn zu manipulieren." Der Sicherheitsexperte lobt außerdem den neuen palästinensischen Ministerpräsidenten Achmed Kurei. Er könne mit Arafat umgehen und auf ihn einwirken. Das habe man bereits bei den Osloer Friedensverhandlungen beobachten können, als Kurei die palästinensischen Delegation leitete.Prinz Leopold von Bayern: Der Traum von der Wiederkehr "Stürbe ich nicht für immer, sondern bliebe als Geist, dann hielte ich die Uhren an, wenn Gefahr im Verzug wäre." Prinz Leopold von Bayern träumt in der ZEIT vom Fortleben seiner Seele als Geist.
Die Anfänge dieses Traumes liegen mehr als 40 Jahre zurück. Damals sagte die Großmutter, Fürstin Margarethe von Hohenzollern, dem 19jährigen Enkel kurz vor ihrem Tod: "Wenn ich einmal sterbe, Leopold, werde ich nicht für immer gehen. Ich werde als eine Art Energie immer bei Dir sein. Verlass Dich drauf: Ich komme wieder." Wenige Wochen später im Haus der alten Dame: "Ich spürte einen Windzug in meinem Rücken. Es war, als stünde jemand hinter mir. ... Ich hörte Geräusche, die wie ein Wispern klangen, die etwas sagen wollten, die ich aber nicht verstand." Noch heute ist er fest davon überzeugt, dass das seine Großmutter war.
"In dem Traum meiner Wiederkehr als eine Form von Energie ist es mir möglich, all jene wiederzusehen, die mich verlassen haben. ... Ich erkennte drohendes Ungemach, bevor die Lebenden damit fertig werden müssten." Doch bevor er ein Überlebender seines eigenen Todes würde, müsse er im Diesseits wichtige Dinge erledigen. Neuer Streit um StammzellenforschungEin neuer Konflikt entzweit die Stammzellenforschung über die im vergangenen Jahr Wissenschaftler, Ethiker und Politiker stritten. Inzwischen ist die Arbeit mit den heiklen Zellen in Deutschland erlaubt. Klinische Ärzte feiern bereits die ersten Erfolge bei der Therapie mit so genannten "adulten" Stammzellen, die dem Patienten selbst entnommen werden. Grundlagenforscher warnen dagegen vor tödlichen Nebenwirkungen solcher Versuche. "Von so frühen klinischen Studien halte ich überhaupt nichts", sagt der Physiologe Jürgen Hescheler in der ZEIT, "man kann wirklich von Glück sagen, dass da noch nichts passiert ist." Hescheler forscht an der Universität Köln an embryonalen Stammzellen. Erst vor wenigen Monaten hat er - wie zum Beispiel auch Oliver Brüstle an der Universität Bonn - die Erlaubnis zur Einfuhr der umstrittenen Embryonalzellen erhalten. Nun beobachtet er den rasanten Einsatz der adulten Stammzellen am Menschen mit großer Sorge. "Wenn jetzt ein Patient stirbt", sagt Hescheler, "dann ist auch mein Gebiet gestorben - obwohl wir immer gesagt haben, wir wollen das nicht so früh einsetzen."